zum Katholizismus bekehrt, ��berragte es bald das ?ltere B?hmen und eroberte Schlesien, das f��r Jahrhunderte nun Gebiet wechselnder Einfl��sse und oft erneuerten Streits zwischen B?hmen und Polen bleibt.
Die polnischen Piasten teilten sich in verschiedene Linien, eine war in Schlesien, teilte sich weiter in mehrere schlesische Herzogt��mer. Die kirchliche Oberhoheit blieb bei dem polnischen Bistum Gnesen und im s��dlichsten Oberschlesien bei Krakau, aber staatliche Oberhoheit wechselte und fiel schlie?lich durch Vertrag 1335 an die b?hmische Krone, damals, nach Aussterben der tschechischen Przemysliden, in der Hand der Luxemburger, die auch mehrere deutsche Kaiser stellten.
Die Mongoleneinf?lle des 13. Jahrhunderts waren in Schlesien zum Benefit f��r ganz Europa gemeinsam von schlesischen, polnischen und deutschen Kr?ften aufgehalten worden, aber gro?e Verw��stungen blieben. Vielleicht waren diese Anla? f��r verst?rkte Siedlung von Deutschland her, auf Einladung schlesischer Piasten und von Kl?stern, bestehend aus b?uerlicher und st?dtischer Siedlung, beide unter aus deutschen Gebieten mitgebrachten Rechtsordnungen, von denen dann auch ��ber Schlesien hinaus in polnischen Gebieten Gebrauch gemacht wurde. Die Welle deutscher Siedlung dauerte bis ins 14. Jahrhundert, hinterlie? unterschiedliche Spuren in der Bev?lkerung, das Bild ver?ndert sich im Laufe der Jahre wieder, mancherorts sieht man fortschreitende Assimilation von Siedlern an die polnisch sprechende Umgebung. Deutsche Siedlung, ebenso wie zunehmende Verschw?gerung schlesischer Piastenherz?ge mit deutschen F��rstenfamilien k?nnten mit ein Antrieb gewesen sein f��r die Entscheidung schlesischer Piasten f��r b?hmische statt polnischer Oberhoheit. Man mu? aber wohl vorsichtig sein bei der Interpretation mittelalterlicher dynastischer Entscheidungen. Schlesien blieb nun bei der b?hmischen Krone f��r 400 Jahre, hatte aber durchaus nicht so langen Frieden, es wurde in deren Konflikte einbezogen, so die Hussitenkriege mit tschechischen, ungarischen und dann polnisch-jagiellonischen Interregnen zwischen Luxemburgern und schliesslich den Habsburger Herrschern, die alles 1526 ererbten.
Die Reformation drang fr��h in Schlesien ein. Die Struktur der Herrschaft hatte sich ge?ndert. Die schlesischen Piastenherzogt��mer fielen bei Aussterben der Linien als Standesherrschaften an ausw?rtige F��rsten, darunter auch Hohen- zollern, oder wurden durch Prag an Neuank?mmlinge vergeben. Die schlesischen "St?nde" wurden somit eine immer komplexere Versammlung.
Die adligen St?nde B?hmens und M?hrens hatten w?hrend der Wirren um die b?hmische Krone sehr an Macht gewonnen. Das trug dazu bei, da? die Reformation in B?hmen und M?hren besonders gro?e Fortschritte machte; auch in Schlesien breitete sie sich aus unter Einfl��ssen aus verschiedenen Richtungen. In Polen machte die Reformation zun?chst auch Eindruck und findet Anh?nger auch unter polnischen Adligen und Gemeinden in Oberschlesien. Es war nicht so, da? mit dem ��bergang der Hoheit an B?hmen der wirtschaftliche und kulturelle Kontakt mit den angrenzenden polnischen Gebieten aufgeh?rt h?tte. Es bestand weiter die kirchliche Verflechtung der meisten oberschlesischen Dekanate mit dem Bistum Krakau. Auch zum Universit?tstudium gehen Oberschlesier nach Krakau, aber man liest auch von einem polnischen protestantischen Geistlichen im zur Standesherrschaft Pless geh?rigen Dorf Woschczytz, der zum Studium nach Wittenberg gegangen war (4).
Die Erw?hnung von Woschczytz interessierte mich, weil sich dann dort sp?ter die ersten Spuren unserer Familie Gr��nfeld in Oberschlesien finden. Die Gegenreformation, mit ?u?erster Strenge von den Habsburger Kaisern in Schlesien durchgef��hrt, reduzierte hier den Protestantismus bald, aber in B?hmen blieben die Beziehungen der St?nde mit dem habsburgischen Kaiser so gespannt, da? von dort der drei?igj?hrige Krieg ausbrach, der das benachbarte Schlesien furchtbar in Mitleidenschaft ziehen sollte. Wallensteins und Mansfelds Heere zogen durch und kampierten, es dauerte lange, bis der R��ckschlag im Wohlstand Schlesiens ��berwunden war.
Eine notwendige Anmerkung
Nach dem R��ckblick auf geschichtliche Entwicklungen in Oberschlesien, der uns schon auf das engere Gebiet gebracht hat, in dem ich meine Familie dann im fr��hen l9. Jahrhundert anfinde, ist es Zeit, sich zu erinnern, da? dies eine j��dische Familie war, und das Schicksal der Juden in Oberschlesien, wie in Europa ��berhaupt, noch eine besondere Betrachtung erfordert. Einer m��ndlichen Tradition nach soll unsere Familie aus M?hren nach Oberschlesien gekommen sein und urspr��nglich aus Iglau stammen. Wenn ich mir vorzustellen versuche, wie es meinen j��dischen Vorfahren in der Zeit ergangen sein k?nnte, von der wir gesprochen haben, denke ich vorerst an die Geschichte der Juden in M?hren. Fr��heste beurkundete Besuche von Juden als "beglaubigte Kaufleute" in M?hren gibt es von 903 AD., aber Beginn ihrer Ansiedlung wird erst f��r das 12. Jahrhundert angenommen (5).
Man bemerkt sie als st?dtische Siedlung, wie in den deutschen St?dten Speyer und Worms gibt es Rechtsschutz f��r Juden als Minderheit. In Prag wird er in einem Statut von ca. 1174 gemeinsam f��r deutsche, fl?mische und j��dische Kaufleute geregelt, und in M?hren zuerst im Stadtrecht von Iglau, einer schnell gewachsenen Stadt, die bald eine der gr??ten j��dischen Gemeinden M?hrens hatte, aber 1426 wurden die Juden aus der Stadt vertrieben, weil sie die Hussiten unterst��tzt h?tten. Bald folgte Vertreibung aus den anderen selbstst?ndigen St?dten, wegen des mehr gebr?uchlichen Vorwurfs des Wuchers. Gewi? hatte sich auch schon in Iglau wirtschaftlicher Neid der St?dter mit religi?sem Eifer neuer Herrscher gepaart. Die m?hrischen Juden fanden Refugium in kleineren, adligen Grundherren untert?nigen St?dten, konnten dort und auch den angrenzenden D?rfern, die

Continue reading on your phone by scaning this QR Code
Tip: The current page has been bookmarked automatically. If you wish to continue reading later, just open the
Dertz Homepage, and click on the 'continue reading' link at the bottom of the page.