Leben und Tod des Königs Johann | Page 5

William Shakespeare
Nachkommenschaft Erstattung de?halb zu thun, auf unsre Einladung gekommen, seine Fahnen f��r deine Sache auszuspreiten, und deinen unnat��rlichen Oheim, Johann von England, aus dem ungerechten Besiz deiner Erbl?nder vertreiben zu helfen. Umarm' ihn, Prinz, lieb' ihn, und hei?' ihn willkommen.
Arthur. Gott wird euch (Coeur de Lion's) Tod desto eher verzeihen, da ihr seinem Neffen das Leben gebet, und sein verfolgtes Recht mit den Fl��geln eurer Kriegs-Macht umschattet. Mit einer unm?chtigen Hand hei?' ich euch willkommen, aber mit einem Herzen voll unverf?lschter Liebe; willkommen, Herzog, vor den Mauern von Angiers.
Ludwig. Ein edler Junge! Wer wollte dir nicht zu deinem Recht helfen?
?streich. Diesen z?rtlichen Ku? leg' ich auf deine Wange, als das Siegel meines feyrlichen Versprechens, da? ich nicht eher in meine Heimath zur��k kehren will, bis Angiers und die gerechten Anspr��che die du in Frankreich hast, zugleich mit dieser blassen wei?-ufrichten Insel, deren Fu? die heulenden Wellen des Oceans zur��k st??t, und ihre Einwohner von andern L?ndern abschneidet, bis dieses von der See umz?unte England, dieses von Wasser gemauerte Bollwerk, dessen stolze Sicherheit allen ausw?rtigen Anf?llen Troz bietet, bis dieser ?usserste Winkel von Westen selbst dich als seinen K?nig gr��ssen wird; bis zu diesem Augenblik, sch?ner Knabe, will ich nicht an meine Heimath denken, sondern den Waffen folgen.
Constantia. O nehmet seiner Mutter Dank an, Dank einer armen Wittwe, bis euer starker Arm ihm zu der Macht helfen wird, eure Freundschaft besser erwiedern zu k?nnen.
?streich. Der Friede des Himmels ruhet auf denjenigen, die ihre Schwerdter in einem so gerechten und wohlth?tigen Krieg entbl?ssen.
K?nig Philipp. Wohlan dann, an die Arbeit; unsre Maschinen sollen gegen die Stirne dieser widerspenstigen Stadt gerichtet werden; ruffet unsern Kriegs- Obersten, um den Plan zum vortheilhaftesten Angriff zu machen. Entweder wollen wir unsre k?niglichen Gebeine vor diesen Mauern niederlegen, oder wenn wir gleich in franz?sischem Blut auf den Markt-Plaz watten m��?ten, Angiers diesem jungen Prinzen unterw��rfig machen.
Constantia. Wartet noch auf die Antwort, die euer Abgesandter bringen wird; ihr k?nntet sonst eure Schwerdter zu voreilig mit Blute besudeln. Vielleicht bringt Milord Chatilion aus England eine friedliche Abtretung dieses Rechts, welches ihr durch Krieg erzwingen wollet; und wenn dieses gesch?he, w��rden wir einen jeden Tropfen Bluts bereuen, den eine zu rasche Hize so unzeitig vergossen h?tte. (Chatilion zu den Vorigen.)
K?nig Philipp. Ein Wunder, Madam! Seht, auf euern Wunsch ist unser Gesandter, Chatilion, angelangt; meld uns in K��rze, werther Lord, was England uns zur Antwort giebt; wir warten hier m��?ig auf dich. Rede, Chatilion.
Chatilion. So wendet also eure Macht von dieser armseligen Belagerung, und spornet sie zu einem wichtigern Gesch?ft auf. England, voll Unwillens ��ber unsre gerechte Forderungen, hat sich in Waffen gestellt; die widrigen Winde, die meine R��kreise verz?gerten, haben ihm Zeit gegeben, alle seine Legionen zugleich mit mir ans Land zu sezen. Er r��kt mit eilfertigen M?rschen gegen diese Stadt an; seine St?rke ist gro?, und seine Krieger voller Muth. Mit ihm kommt die K?nigin-Mutter, eine Ate, die ihn zu Zwietracht und Blutvergiessen anhezt; mit ihr, ihre Nichte, die Infantin Blanca von Spanien; mit ihnen ein nat��rlicher Sohn des abgelebten K?nigs, und mit ihm alle unb?ndigen K?pfe des Landes. Rasche, feurige, tollk��hne Freywillige, mit Frauenzimmer-Gesichtchen und Drachen- Herzen, haben ihre angestammten G��ter verkauft, und tragen ihr Erbtheil zuversichtlich auf dem R��ken, um hier ein neues Gl��k zu suchen. Kurz, eine auserlesnere Schaar unerschrokner Geister, als der englische Boden diesesmal ��bergew?lzt hat, schwamm niemals ��ber die schwellende Fluth, um Unheil und Verw��stung in der Christenheit anzurichten. Das z��rnende Get?se ihrer Trummeln unterbricht eine umst?ndliche Nachricht; sie sind im Anzug. Bereitet euch also zu einer Unterhandlung oder zum Gefecht.
(Man h?rt Trummeln.)
K?nig Philipp. Wie schlecht sind wir auf eine solche Expedition versehen!
?streich. Je unerwarteter sie ist, desto eifriger m��ssen wir uns zur Gegenwehr stellen; Unser Muth soll mit der Gefahr steigen. La?t sie denn willkommen seyn, wir sind ger��stet.

Zweyte Scene. (Der K?nig von England, Faulconbridge, Elinor, Blanca, Pembroke und andre zu den Vorigen.)
K?nig Johann. Friede sey mit Frankreich, wenn Frankreich im Frieden unsern rechtm??igen Einzug in unsre Stadt gestattet; wo nicht, so blute Frankreich, und der Friede schwinge sich gen Himmel, inde? da? wir, Gottes grimmvoller Sachwalter, den stolzen ��bermuth z��chtigen, der seinen Frieden in den Himmel zur��k treibt.
K?nig Philipp. Friede sey mit England, wenn dieser Krieg aus Frankreich nach England zur��kkehrt, um dort im Frieden zu leben. Wir lieben England, und nur um Englands willen, schwizen wir hier unter der Last der Waffenr��stung. Diese unsre Arbeit sollte dein freywilliges Werk seyn. Aber du bist so weit entfernt, England zu lieben, da? du seinen rechtm??igen K?nig unterdr��kt, die Erbfolge aufgehoben, die Kindheit des gesezm??igen Erben mi?braucht, und an der jungfr?ulichen Ehre der Crone Gewalt ver��bt hast. Schaue hier auf deines Bruders Gottfrieds Gesicht! Diese Augen, diese Stirne, sind nach den seinigen abgedrukt; in diesem kleinen Inbegriff ist die vollst?ndige Form enthalten, die in Gottfried verstarb, und die Hand der Zeit wird diese verj��ngte
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