was die Frage will, wartet sie euch schon mit einem Dialogus von Complimenten auf, spricht dann von Alpen und Apenninen, von den Pyren?en und dem Flusse Po, und wei? das Gespr?ch so lange hinaus zu ziehen, bis es vom Abend-Essen abgebrochen wird. Das ist polite Gesellschaft, die sich f��r einen emporstrebenden Geist, wie der meinige, schikt! Denn der ist nur ein Bastard der Zeit, der die Kunst nicht versteht sich beliebt zu machen, und nicht nur in seiner ?usserlichen Gestalt, in seinem Aufzug und in seinen Manieren, dem Geschmak seiner Zeit schmeichelt; sondern auch aus einer innerlichen Quelle den s��ssen, s��ssen, s��ssen Gift, der den Gaumen der Leute so reizend k��zelt, von sich zu geben wei?. Eine Kunst, die ich zwar nicht aus��ben will, um andre zu betr��gen, aber die ich zu lernen gedenke, damit ich von andern nicht betrogen werde. Sie soll die Stuffen meiner Erh?hung mit Blumen bestreuen. Aber wer kommt hier so eilfertig, in Reit-Kleidern? Was f��r ein weiblicher Courier ist di?? Hat sie keinen Mann, der die M��h nehmen mag, ein Horn vor ihr her zu blasen? Himmel, es ist meine Mutter! Nun, meine werthe Lady, was bringt euch so eilfertig nach Hofe?
{ed.-* Es ist bekannt, da? damals alle Welt auf Abentheuer ausgieng, und gerei?te Leute in gr??tem Ansehn stuhnden, und, wie bey unsern Nachbarn die (Beaux-Esprits), das Recht hatten, sich bey grossen Herren zu Gaste zu laden.}
Vierte Scene. (Lady Faulconbridge, und Jacob Gurney treten auf.)
Lady. Wo ist der Sclave, dein Bruder; wo ist er, der sich erfrecht meine Ehre ?ffentlich anzutasten?
Philipp. Mein Bruder Robert, des alten Sir Roberts Sohn, Colbrand, der Riese, der nemliche gewaltige Mann; ist es Sir Robert's Sohn, den ihr sucht?
Lady. Sir Roberts Sohn? Ja, du unehrerbietiger Junge, Sir Roberts Sohn; warum spottest du ��ber Sir Roberten?
Philipp. Jacob Gurney, willt du so gut seyn, und uns ein wenig allein lassen?
Gurney. Von Herzen gerne, mein lieber Philipp.
Philipp. Philipp!--Verschone mich, Jacob; es sind kurzweilige Dinge heraus gekommen; hernach ein mehrers davon.
(Jacob geht ab.)
Gn?dige Frau, ich war nie des alten Sir Roberts Sohn; Sir Robert h?tte seinen Theil an mir an einem Charfreytag essen k?nnen, ohne da? er seine Fasten gebrochen h?tte. Sir Robert war ein ganz wakrer Mann; aber, meiner Treu, bekennt die Wahrheit! H?tt' er mich machen k?nnen? Das konnte Sir Robert nicht; wir kennen seine Arbeit. Sagt mir also, liebe Mutter, wem bin ich f��r diese Figur verpflichtet? Sir Robert konnte nimmermehr so ein Bein machen helfen?
Lady. Hast du dich auch mit deinem Bruder wider mich verschworen? Du, der um deines eignen Vortheils willen meine Ehre vertheidigen sollte? Was soll dieses Gesp?tte bedeuten, du h?chst unbesonnener Bube?
Philipp. Ritter, Ritter, liebe Mutter--und Basilisco* ?hnlich. Wie? ich bin zum Ritter geschlagen; ich hab es auf meiner Schulter. Aber Mutter, ich bin nicht Sir Roberts Sohn; ich hab auf Sir Robert und meine G��ter Verzicht gethan; ehliche Geburt, Name, alles ist hin; la? mich also, liebe Mutter, la? mich meinen Vater kennen; irgend ein wakrer Mann, hoff ich; wer war es, Mutter?
{ed.-* Eine Anspielung auf den Beynamen (Coeur de Lion), den K?nig Richard f��hrte. (Cor Leonis), ein Fixstern von der ersten Gr?sse im L?wen, wird auch Basilisco genennt. Warb��rton.}
Lady. Hast du dem Namen Faulconbridge entsagt?
Philipp. So herzlich, als ich dem Teufel entsage.
Lady. K?nig Richard, (Coeur de Lion), war dein Vater; durch langwieriges und heftiges Zusezen ward ich endlich verf��hrt, in meines Ehmanns Bette Plaz f��r ihn zu machen. Der Himmel vergebe mir meine ��bertretung! Aber du bist die Frucht meiner schweren S��nde, zu der ich so stark gereizt wurde, da? ich nicht l?nger wiederstehen konnte.
Philipp. Nun, bey diesem Tageslicht, wenn ich wieder gezeugt werden sollte, Madame, wollt' ich mir keinen bessern Vater w��nschen. Einige S��nden tragen ihre Lossprechung auf Erden mit sich; Euer Fehler entsprang nicht aus eurer Thorheit; ihr mu?tet nothgedrungen euer Herz als einen Tribut f��r gebietende Liebe, demjenigen ausliefern, gegen dessen Wuth und unbezwingbare St?rke der unerschrokne L?we selbst keinen Kampf wagen durfte, noch sein k?nigliches Herz vor Richards Hand sch��zen konnte. Wer einem L?wen mit Gewalt das Herz aus dem Leibe reissen kan, mag leicht ein weibliches Herz gewinnen. Ja, meine Mutter, von ganzem Herzen dank ich dir f��r meinen Vater. Wenn jemand lebt, der sich erfrecht zu sagen, da? du nicht recht thatest, wie ich gezeugt ward, dessen Seele will ich zur H?lle schiken. Komm, Lady, ich will dich meinen Anverwandten vorstellen, und sie sollen sagen, wie Richard mich zeugte, w?r es S��nde gewesen wenn du Nein gesagt h?ttest.
(Sie gehen ab.)
Zweyter Aufzug.
Erste Scene. (Vor den Mauern der Stadt Angiers.) (Philipp-August, K?nig von Frankreich, Ludwig der Dauphin, der Herzog von ?streich, Constantia und Arthur.)
Ludwig. Willkommen vor Angiers, dapfrer Herzog!--Arthur, dein grosser Oheim, Richard, der den L?wen seines Herzens beraubte, und die heiligen Kriege in Pal?stina ausfocht, kam durch diesen dapfern Herzog vor der Zeit ins Grab. Nun ist er, um seiner

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