Die Göttliche Komödie | Page 4

Dante Alighieri
zum Ruh��n, so schien mir��s, nie versteht.?In langer Reihe folgten ihm, gezwungen,?So viele Leute, da? ich kaum geglaubt,?Da? je der Tod so vieles Volk verschlungen.?Und hier erblickt�� ich manch bekanntes Haupt,?Auch jenes Schatten, der aus Angst und Zagen?Sich den Verzicht, den gro?en, feig erlaubt.?Ich war sogleich gewi?, auch h?rt�� ich sagen,?Dies sei der Schlechten j?mmerliche Schar,?Die Gott und seinen Feinden mi?behagen.?Dies Jammervolk, das niemals lebend war,?War nackend und von Flieg�� und Wesp�� umflogen,?Und ward gestachelt viel und immerdar.?Tr?nen und Blut aus ihren Wunden zogen?In Streifen durch das Antlitz bis zum Grund,?Wo ekle W��rmer draus sich Nahrung sogen.?Drauf, als ich weiter blickt�� im d��stern Schlund,?Erblickt�� ich Leut�� an einem Stromgestade?Und sprach: "Jetzt tu, ich bitte, Herr, mir kund,?Von welcher Art sind die, die so gerade,?Wie ich beim d��stern D?mmerlicht ersehn,?So eilig weiterzieh��n auf ihrem Pfade?"?Und er darauf: "Dir wird genug gescheh��n?Am Acheron--dort wird sich alles zeigen,?Wenn wir am traur��gen Ufer stillestehn."?Da zwang mich Scham, die Augen tief zu neigen,?Aus Furcht, da? ihm mein Fragen l?stig sei,?Und ich gebot mir bis zum Strome Schweigen.?Und sieh, es kam ein Mann zu Schiff herbei,?Ein Greis, bedeckt mit schneeig wei?en Haaren.?"Weh euch, Verworfne!" t?nte sein Geschrei.?"Nicht hofft, den Himmel jemals zu gewahren.?Ich komm��, euch jenseits hin an das Gestad��?In ew��ge Nacht, in Hitz�� und Frost zu fahren.?Und du, lebend��ge Seele, die genaht,?Mu?t dich von diesen, die gestorben, trennen!"--?Dann, da er sah, da? ich nicht r��ckw?rts trat:?"Hier kann ich dir den ��bergang nicht g?nnen,?F��r dich geziemen andre Wege sich,?Ein leichtrer Kahn nur wird dich tragen k?nnen."?Virgil drauf: "Charon, nicht erbose dich.?Dort, wo der Wille Macht ist, ward��s verhangen;?Dies sei genug, nicht weiter frage mich."?Hierauf lie? ruhen die bewollten Wangen?Des fahlen Sumpfs erz��rnter Steuermann,?Des Augen Flammenr?der rings umschlangen.?Da hob grau��nvolles Z?hneklappen an,?Und es entf?rbten sich die Tiefgebeugten,?Seit Charon jenen grausen Spruch begann.?Sie fluchten Gott und denen, die sie zeugten,?Dem menschlichen Geschlecht, dem Vaterland,?Dem ersten Licht, den Br��sten, die sie s?ugten.?Dann dr?ngten sie zusammen sich am Strand,?Dem Schrecklichen, zu welchem alle kommen,?Die Gott nicht scheu��n, und laut Geheul entstand.?Charon, mit Augen, die wie Kohlen glommen,?Winkt�� ihnen und schlug mit dem Ruder los,?Wenn einer sich zum Warten Zeit genommen.?Gleich wie im Herbste bei des Nordwinds Sto??Ein Blatt zum ?ndern f?llt, bis da? sie alle?Der Baum erstattet hat dem Erdenscho?;?So st��rzen, hergewinkt, in j?hem Falle?Sich Adams schlechte Sprossen in den Kahn,?Wie angelockte V?gel in die Falle.?Durch schwarze Fluten geht des Nachens Bahn,?Und eh�� sie noch das Ufer dort erreichen,?Dr?ngt hier schon eine neue Schar heran.?"Mein Sohn," sprach mild der Meister, "die erbleichen?In Gottes Zorne, werden alle hier?Am Strand vereint aus allen Erdenreichen.?Man scheint zur ��berfahrt sehr eilig dir,?Doch die Gerechtigkeit treibt diese Leute?Und wandelt ihre bange Furcht in Gier.?Kein guter Geist macht diese Fahrt; und dr?ute?Dir Charon, weil du hier dich eingestellt,?So kannst du wissen, was sein Wort bedeute"--?Hier wankte so mit Macht das dunkle Feld,?Da? mich noch jetzt Schwei?tropfen ��bertauen,?Sooft dies Schreckensbild mich ��berf?llt.?Ein Windsto? fuhr aus den betr?nten Auen,?Und blitzt�� ein rotes Licht, das jeden Sinn?Bew?ltigte mit ungeheurem Grauen,?Und, wie vom Schlaf befallen, st��rzt�� ich hin--
Vierter Gesang
Mir brach den Schlaf im Haupt ein Donnerkrachen,?So schwer, da? ich zusammenfuhr dabei,?Wie einer, den Gewalt zwingt, zu erwachen.?Ich warf umher das Auge wach und frei,?Emporgerichtet sp?hend, da? ich s?he?Und unterschied��, an welchem Ort ich sei.?So fand ich mich am Talrand, in der N?he?Des qualenvollen Abgrunds, dessen Kluft?Zum Donnerhall vereint unendlich Wehe.?Tief war er, dunkel, nebelhaft die Luft,?Drum wollte nichts sich klar dem Blicke zeigen,?Den ich geheftet an den Grund der Gruft.?"La? uns zur blinden Welt hinunter steigen,?Ich bin der Erste, du der Zweite dann."?So sprach Virgil, um drauf erbla?t zu schweigen.?Ich, sehend, wie die Bl?ss�� ihn ��berrann,?Sprach: Scheust du selber dich, wie kann ich��s wagen?Der Trost im Zweifel nur durch dich gewann??Und er zu mir: "Des tiefen Abgrunds Plagen?Entf?rben mir durch Mitleid das Gesicht,?Und nicht, so wie du meinst, durch feiges Zagen.?Fort, zaudern l??t des Weges L?ng�� uns nicht."?So ging er fort und rief zum ersten Kreise?Mich auch hinein, der jene Kluft umflicht.?Mir schien, nach meinem Ohr, des Klanges Weise,?Der durch die Luft hier bebt�� im ew��gen Tal,?Nicht Klaggeschrei, nur Seufzer dumpf und leise.?Und dieses kam vom Leiden ohne Qual?Der Kinder, M?nner und der Frau��n, in Scharen,?Die viele waren und von gro?er ZahlDa?sprach der Meister: "Willst du nicht erfahren,?Zu welchen Geistern du gekommen bist??Bevor wir fortgehn, will ich offenbaren,?Da? sie nicht s��ndigten; doch g��n��gend mi?t?Nicht ihr Verdienst, da sie der Tauf entbehrten,?Die Pfort�� und Eingang deines Glaubens ist.?Und lebten sie vor Christo auch, so ehrten?Sie doch den H?chsten nicht, wie sich��s geb��hrt;?Und diese Geister nenn�� ich selbst Gef?hrten.?Nur dies, nichts andres hat uns hergef��hrt.?Da? wir in Sehnsucht ohne Hoffnung leben,?Ward uns Verlornen nur als Straf erk��rt."?Gro? war mein Schmerz, als er dies kundgegeben,?Denn Leute gro?en Wertes zeigten sich,?Die unentschieden hier im Vorhof schweben.?Und ich begann: Mein Herr und Meister, sprich?(Ich wollte mich in jenem Glauben st?rken,?Vor dessen Licht des Irrtums Nacht
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