Die Göttliche Komödie | Page 3

Dante Alighieri
Hilf und Ruhe mir verschafft.?Beatrix; bin ich, die ich dich gesendet;?Mich trieb die Lieb�� und spricht aus meinem Wort.?Vom Ort komm�� ich, wohin mein Wunsch sich wendet.?Und steh�� ich erst vor meinem K?nig dort,?So werd ich oft dich loben und ihm preisen--?Sie sprach��s und schwieg, und ich begann sofort:?O Weib voll Kraft, du Lehrerin der Weisen,?Durch das die Menschheit alles ��berragt,?Was lebt in jenes Himmels kleinern Kreisen!?Sp?t d?cht�� ich, wie mir dein Befehl behagt,?Zu tun, tat�� ich sogleich, was du gebietest.?Wohl deutlich haft du deinen Wunsch gesagt,?Doch sage mir, warum du dich nicht h��test?Herabzugeh��n zum Mittelpunkt vom Licht,?Wohin du schon zur��ckzukehren gl��htest.?Willst du es denn so tief ergr��nden, spricht?Die Hohe darauf, so will ich��s k��rzlich sagen.?Ich f��rchte mich vor diesem Dunkel nicht.?Vor solchem ��bel ziemt sich wohl zu zagen,?Das m?chtig ist und leicht uns Schaden tut,?Vor solchem nicht, bei welchem nichts zu wagen.?Gott schuf mich so, da? ich in seiner Hut?Frei von den N?ten bin, die euch durchschauern,?Und nicht ergreift mich dieses Brandes Glut.?Ein edles Weib im Himmel sieht mit Trauern?Das Hindernis, zu dem ich dich gesandt,?Drum kann der harte Spruch nicht l?nger dauern.?Sie flehte, zu Lucien hingewandt:?Dein Treuer braucht dich jetzt im harten Streite,?Darum empfehl�� ich ihn in deine Hand.?Lucia, die sich ganz dem Mitleid weihte,?Bewegte sich zum Orte, wo ich war,?In Ruhe sitzend an der Rahel Seite.?Sie sprach: Beatrix, Gottes Preis f��rwahr!?Hilfst du ihm nicht, ihm, der aus gro?er Liebe?F��r dich entrann aus der gemeinen Schar,?Als ob dein Ohr taub seinen Klagen bliebe,?Als s?hest du ihn nicht im Wirbel dort,?Bedroht, mehr als ob Meeressturm ihn triebe??Nicht eilt so schnell auf Erden einer fort,?Den Gier nach Gl��ck und Furcht vor Leid bet?ren,?Wie ich herabgeeilt bei solchem Wort,?Von meinem Sitz in jenen sel��gen Ch?ren,?Vertrau��nd auf deiner w��rd��gen Rede Macht,?Die Ruhm dir bringt und allen, die sie h?ren--?Als nun Beatrix solches vorgebracht,?Da wandte sie die Augenstern�� in Z?hren,?Und dies hat mich nur schneller hergebracht.?So komm�� ich denn daher auf ihr Begehren,?Das Untier von dir scheuchend, dem��s gelang,?Den kurzen Weg des sch?nen Bergs zu wehren.?Was also ist dir? Warum weilst du bang??Was herbergst du die Feigheit im Gem��te??Was weicht dein Mut, dein k��hner Tatendrang,?Da sich drei heil��ge Himmelsfrau��n voll G��te?F��r dich bem��h��n und dir mein Mund verspricht,?Da? ihre treue Sorge dich beh��te?"?Gleichwie die Blum�� im ersten Sonnenlicht,?Beim n?cht��gen Reif gesunken und verschlossen,?Den Stiel erhebt und ihren Kelch entflicht;?So hob die Kraft, erst schmachtend und verdrossen,?In meinem Herzen sich zu gutem Mut,?Und ich begann, frohsinnig und entschlossen:?"O wie ist sie, die f��r mich sorgte, gut!?Wie freundlich bist auch du, der den Befehlen?Der Herrlichen so schnell Gen��ge tut l?Schon f��hl�� ich mich zu hei?er Sehnsucht st?hlen?Von deinem Wort, schon f��hl�� ich, nicht mehr bang,?Vom ersten Vorsatz wieder mich beseelen.?Drum auf, in beiden ist ein gleicher Drang,?Herr, F��hrer, Meister, auf zum gro?en Wege!"?Ich sprach��s zu ihm, und, folgend seinem Gang,?Schritt ich daher auf waldig rauhem Stege.
Dritter Gesang
Durch mich geht��s ein zur Stadt der Qualerkornen,?Durch mich geht��s ein zum ew��gen Weheschlund,?Durch mich geht��s ein zum Volke der Verlornen.?Das Recht war meines hohen Sch?pfers Grund;?Die Allmacht wollt�� in mir sich offenbaren;?Allweisheit ward und erste Liebe kund.?Die schon vor mir erschaffnen Dinge waren?Nur ewige; und ewig daur�� auch ich.?La?t, die ihr eingeht jede Hoffnung fahren.?Die Inschrift zeigt�� in dunkler Farbe sich?Geschrieben dort am Gipfel einer Pforte,?Drum ich: Hart, Meister, ist ihr Sinn f��r mich.?Er, als Erfahrner, sprach dann diese Worte:?"Hier sei jedweder Argwohn weggebannt,?Und jede Feigheit sterb�� an diesem Orte.?Wir sind zur Stelle, die ich dir genannt,?Hier wirst du jene JammervoIIen schauen,?F��r die das Heil des wahren Lichtes schwand."?Er fa?te meine Hand, daher Vertrauen?Durch sein Gesicht voll Mut auch ich gewann.?Drauf f��hrt�� er mich in das geheime Grauen.?Dort hob Ge?chz, Geschrei und Klagen an,?Laut durch die sternenlose Luft ert?nend,?So da? ich selber weinte, da��s begann.?Verschiedne Sprachen, Worte, gr??lich dr?hnend,?Handschl?ge, Kl?nge heiseren Geschreis,?Die Wut, aufkreischend, und der Schmerz, erst?hnend--?Dies alles wogte tosend stets, als sei��s?Im Wirbel Sand, durch L��fte, die zu schw?rzen?Es keiner Nacht bedarf, im ew��gen Kreis.?Und, ich vom Wahn umstrickt und bang im Herzen,?Sprach: Meister, welch Geschrei, das sich erhebt??Wer ist doch hier so ganz besiegt von Schmerzen??Und er: "Der Klang, der durch die L��fte bebt,?Kommt von den JammerseeIen jener Wesen,?Die ohne Schimpf und ohne Lob gelebt.?Gemischt find die Nicht-Guten und Nicht-B?sen?Den Engeln, die nicht Gott getreu im Strau?,?Auch Meutrer nicht und nur f��r sich gewesen.?Die Himmel trieben sie als Mi?zier aus,?Und da durch sie der S��nder Stolz erst��nde,?Nimmt sie nicht ein der tiefen H?lle Graus."?Ich drauf: Was f��llt ihr Wehlaut diese Gr��nde??Was ist das Leiden, das so hart sie dr��ckt??Und er: "Vernimm, was ich dir kurz verk��nde.?Des Todes Hoffnung ist dem Volk entr��ckt.?Im blinden Leben, tr��b und immer tr��ber,?Scheint ihrem Neid jed�� andres Los begl��ckt.?Sie kamen lautlos aus der Welt her��ber,?Von Recht und Gnade werden sie verschm?ht.?Doch still von ihnen--Schau�� und geh vor��ber."?Ich schaute hin und sah im Kreis geweht,?Ein F?hnlein zieh��n, so eilig umgeschwungen,?Da? sich��s
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