Die Göttliche Komödie | Page 5

Dante Alighieri
entwich),?Kam keiner je durch Kraft von eignen Werken,?Durch fremd Verdienst von hier zur Seligkeit?--?Er schien des Worts versteckten Sinn zu merken?Und sprach: "Ich war noch neu in diesem Leid,?Da ist ein M?chtiger hereingedrungen.?Bekr?nt mit Siegesglanz und Herrlichkeit.?Der hat des Urahns Geist der H?ll" entrungen,?Auch Abels, Noahs; und auch Moses hat,?Der Gott gehorcht, mit ihm sich aufgeschwungen.?Abram und David folgten seinem Pfad,?Jakob, sein Vater, seine S?hne schieden,?Und Rahel auch, f��r die so viel er tat.?Sie und viel andre f��hrt�� er ein zum Frieden,?Und wissen sollst du nun: Vor diesen war?Erl?sung keinem Menschengeist beschieden."?Obwohl er sprach, ging��s vorw?rts immerdar,?So da? wir unterdes den Wald durchdrangen,?Den Wald, mein�� ich, der dichten Geisterschar.?Nicht weit von oben waren wir gegangen,?Als ich ein Feu��r in lichten Flammen sah,?Die rings im halben Kreis die Nacht bezwangen.?Zwar waren wir dem Ort nicht v?llig nah,?Doch einen Kreis von ehrenhaften Leuten,?Die diesen Platz besetzt, erkannt�� ich da.?"Du, des sich Wissenschaft und Kunst erfreuten,?Beliebe, wer sie sind, und was sie ehrt?Und von den andern trennt, mir auszudeuten."?Ich sprach��s, und er: "F��r hochgepriesnen Wert,?Der oben widerklingt in deinem Leben,?Ward ihnen hier vom Himmel Huld gew?hrt."?Da h?rt�� ich eine Stimme sich erheben:?Der hohe Dichter, auf jetzt zum Empfang!?Sein Schatten kehrt, der j��ngst sich fortbegeben.?Sobald die Stimme, die dies sprach, verklang,?Sah ich heran vier gro?e Geister schreiten,?Im Angesicht nicht fr?hlich und nicht bang.?Da sprach der gute Meister mir zur Seiten:?"Sieh diesen, in der Hand das Schwert, voran?Den andern gehn, um sie als F��rst zu leiten.?Du siehst Homer, den Dichterk?nig, nah��n;?Ihm folgt Horaz, ber��hmt durch Spott dort oben?Ovid der Dritt��, als letzter kommt Lukan.?Im Namen, den die eine Stimm�� erhoben,?Kommt mit mir selber jeder ��berein,?Drum ehren sie mich, und dies ist zu loben."?So war die sch?ne Schul�� hier im Verein?Des hohen Herrn der h?chsten Sangesweise,?Der ob den andern fliegt, ein Aar, allein.?Ein Weilchen sprachen sie im trauten Greise,?Doch als sie gr��?end sich zu mir gekehrt,?Da l?chelte Virgtl zu solchem Preise.?Allein noch h?her ward ich dort geehrt,?Indem sie mich in ihrer Schar empfingen?Als Sechsten unter solchem Geist und Wert,?Wobei wir hin bis zu dem Lichte gingen,?Sprechend, wovon ich schicklich schweigen mu?,?Wie man dort schicklich sprach von solchen Dingen.?Bald kamen wir an eines Schlosses Fu?,?Von siebenfacher hoher Mau��r umfangen,?Und rings besch��tzt von einem sch?nen Flu?.?Als wir mit trocknem Fu?e durchgegangen,?Ging��s weiter dann durch sieben Tore fort,?Und eine Wiese sah ich gr��nend prangen.?Wir fanden Leute strengen Blickes dort,?Mit gro?er W��rd�� in Ansehn, Gang und Mienen?Und wenig sprechend, doch mit sanftem Wort.?Und wir ersah��n dort seitw?rts nah bei ihnen?Frei eine H?h�� hellem Lichte gl��h��n,?Vor welcher alle klar vor uns erschienen.?Dort gegen��ber auf dem samtnen Gr��n?Sah ich die Gro?en, ewig Denkenswerten,?Die heut mir noch in solzer Seele bl��h��n.?Elektren sah ich dort mit viel Gef?hrten,??neas, Hektorn hatt�� ich bald erkannt,?C?sarn, den mit dem Adlerblick bewehrten.?Penthesilea war auf gr��nem Land;?Zur andern Seite sah ich auch Latinen,?Der bei Lavinien, seiner Tochter, stand.?Ich sah den Brutus, der verjagt Tarquinen,?Lucrezien, Julien, Marzien, und, allein?Beiseite sitzend, sah ich Saladinen.?Dann, h?her blickend, sah im hellen Schein?Ich auch den Meister derer, welche wissen,?Der von den Seinen schien umringt zu sein,?Sie all ihn hochzuehren sehr beflissen;?Den Plato ihm zun?chst und Sokrates,?Die dort den Sitz vor andern an sich rissen.?Den Anaxagoras, Diogenes,?Den Demokrit, des Welt der Zufall machte,?Den Zeno, Heraklit, Empedokles.?Ihn, der ans Licht der Pflanzen Kr?fte brachte,?Den Dioskorides, den Orpheus dann,?Den Seneka, der Schmerz und Luft verlachte.?Auch Ptolem?us kam, Euklid heran,?So auch Averroes, der, seinen Weisen?Erkl?rend, selbst der Weisheit Ruhm gewann.?Doch nicht vermag ich jeden hier zu greifen,?Denn also dr?ngt des Stoffes Gr??e mich,?Da? ihren Dienst mir kaum die Wort�� erweisen.?Hier teilten nun die sechs Gef?hrten sich.?Mich f��hrt�� auf anderm Weg mein weiser Leiter?Dahin, wo Stille lautem Tosen wich,?Und dorthin, wo nichts leuchtet, schritt ich weiter.
F��nfter Gesang
So ging��s hinab vom ersten Kreis zum zweiten,?Der kleinern Raum, doch gr??res Weh umringt, :?Das antreibt, Klag�� und Winseln zu verbreiten.?Graus steht dort Minos, fletscht die Z?hn�� und bringt?Die Schuld ans Licht, wie tief sie sich verfehle,?Urteilt, schickt fort, je wie er sich umschlingt.?Ich sage, wenn die schlechtgeborne Seele?Ihm vorkommt, beichtet sie der S��nden Last;?Und jener Kenner aller Menschenfehle,?Sieht, welcher Ort des Abgrunds f��r die pa?t,?Und schickt sie soviel Grad�� hinab zur H?lle,?Als oft er sich mit seinem Schweif umfa?t.?Von vielem Volk ist stets besetzt die Schwelle,?Und nach und nach kommt jeder zum Gericht,?Spricht, h?rt und eilt zu der bestimmten Stelle.?"Du, der in diese Qualbehausung bricht,"?So rief mir Minos, als er mich ersehen,?Und lie? indes die ��bung gro?er Pflicht;?"Schau��, wem du traust! Leicht ist��s hineinzugehen,?Doch t?usche nicht dich ein verwegner Drang."?Mein F��hrer drauf: "La? dir den Groll vergehen!?Nicht hindre den von Gott gebotnen Gang,?Dort will man��s, wo das K?nnen gleicht dem Wollen.?Nicht mehr gefragt, denn unser Weg ist lang."?Bald h?rt�� ich nun, wie Jammert?n�� erschollen,?Denn ich gelangte nieder zu dem Haus,?Zur Klag�� und dem Geheul der Ungl��ckvollen.?Jedwedes Licht verstummt�� im dunkeln Graus,?Das br��llte, wie wenn sich der Sturm erhoben,?Beim Kampf der Winde lautes
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