Leben und Tod des Königs Johann | Page 7

William Shakespeare
deines ?ltesten Sohns, und in nichts ungl��klich als darinn, da? er von dir abstammt. Deine S��nden werden an diesem armen Kinde heimgesucht; der Ausspruch des Gesezes ligt auf ihm, da er nur im dritten Glied von deinem S��ndempfangenden Leib entfernt ist.
K?nig Johann. Tollh?uslerin, h?rt auf!
Constantia. Ich habe nur das noch zu sagen, da? er nicht nur um ihrer S��nde willen gestraft wird, sondern Gott hat ihre S��nde und sie zur Strafe dieses entfernten Abk?mmlings gemacht, der um ihrentwillen gestraft wird, und mit ihrer Strafe ihre S��nde; sein Unrecht, ihr Unrecht, der B��ttel ihrer S��nde, alles in der Person dieses Kindes gestraft, und alles um ihrentwillen; da? sie die Pest!**
{ed.-** Dieses Ungeheuer von einer aller Sprach- und Vernunftlehre trozbietenden Rede, hat man, da ihr ohnehin nicht zu helfen ist, von Wort zu Wort geben wollen, wie sie der Autor giebt; Deutschen Unsinn f��r Englischen Unsinn.}
Elinor. Du unverst?ndiges L?stermaul, ich kan ein Testament aufweisen, das deines Sohnes Recht entkr?ftet.
Constantia. So, wer zweifelt daran? Ein Testament?--Ein falsches Testament, ein Weiber-Testament, einer unnat��rlichen Gro?mutter Testament.
K?nig Philipp. Stille, Lady; schweigt oder m??igt euch; es schikt sich ��bel f��r diese Versammlung diesen euern ��belt?nenden Wiederholungen immer Halt zu ruffen. La?t eine Trompete diese Leute von Angiers auf die Mauern fordern; sie sollen sich erkl?ren, wessen Recht sie gelten lassen wollen, Arthur's oder Johann's.
(Trompeten.)

Dritte Scene. (Ein B��rger von Angiers kommt auf die Mauern.)
B��rger. Wer ist der, der uns auf die Mauern hervorgeruffen hat?
K?nig Philipp. Es ist Frankreich, im Namen Englands.
K?nig Johann. England in seinem eignen Namen. Ihr M?nner von Angiers, und meine lieben Unterthanen--
K?nig Philipp. Ihr werthen M?nner von Angiers, Arthurs Unterthanen, unsre Trompete rief euch zu dieser g��tlichen Unterredung--
K?nig Johann. In Betreff unsrer gerechten Sache; h?ret uns also zuerst; diese Franz?sischen Fahnen, die hier, so nah' an eurer Stadt, vor euern Augen sich verbreiten, sind zu euerm Verderben hieher gezogen; der Bauch ihrer Canonen ist mit Grimm angef��llt, sie sind schon gerichtet, ihren eisernen Zorn gegen eure Mauern auszuspeyen; diese Franzosen stellen sich mit allen Zur��stungen zu einer blutigen Belagerung und einem unbarmherzigen Verfahren vor die Augen eurer Stadt und vor eure verschlo?nen Thore; und, ohne unsre Ann?herung, w��rden diese schlafenden Steine, die euch umg��rten, durch den Sto? ihrer Maschinen aus ihrem ruhigen Leim-Bette gerissen, und der blutigen Gewalt ein gr??licher Ruin gemacht worden seyn, auf euern Frieden einzust��rmen; aber, auf unsern Anblik, euers rechtm??igen K?nigs, (der, des Ungemachs verdoppelter M?rsche nichts achtend, herbey geeilt ist, einen m?chtigen Entsaz vor eure Thore zu bringen, und die bedr?uten Wangen eurer Stadt unzerkrazt zu erhalten,) seht, die best��rzten Franzosen selbst eine Unterredung antragen, und nun, f��r in Feuer gekleidete Kugeln, die ein sch��ttelndes Fieber in euern Mauern machen sollten, sanfte in Rauch eingeh��llte Worte losschiessen, um eure Ohren durch ein betr��gliches Get?ne zu beth?ren; aber glaubet ihnen, wie sie es verdienen, werthe B��rger, und lasset uns, euern K?nig ein, dessen m��de Lebensgeister, von dieser ��bertriebnen Eile abgemattet, Herberge innert euren Stadtmauern suchen.
K?nig Philipp. Wenn ich gesprochen habe, so antwortet uns beyden. Seht! an dieser rechten Hand, deren Schuz durch die heiligsten Gel��bde dem Rechte dessen, den sie h?lt, geweyhet ist, steht der junge Plantagenet, Sohn von dem ?ltern Bruder dieses Mannes, und K?nig ��ber ihn und alles, was er inne hat. Um seines zu Boden getretnen Rechts willen treten wir in kriegrischem Marsch diese gr��nen Ebnen vor eurer Stadt, ohne einigen Vorsaz einer Feindseligkeit gegen euch, ausser wozu uns, von eurer Widerspenstigkeit gereizt, ein mildth?tiger Eifer zur Erhaltung dieses unterdr��kten Kindes, in unserm Gewissen n?thiget. Weigert euch also nicht, eine Pflicht zu erstatten, die ihr demjenigen unleugbar schuldig seyd, der sie zu fordern berechtigt ist, nemlich, diesem jungen Prinzen; so soll unsern Waffen, gleich einem bemaulkorbten B?ren, sicher anzusehen, alle Beleidigung verboten seyn, die Bosheit unsrer Canonen gegen die unverwundbaren Wolken des Himmels ausgelassen werden, und mit einem friedsamen und ungest?rten R��kzug, mit ungebrauchten Schwerdtern und unversehrten Helmen, wollen wir dieses muthige Blut wieder heimtragen, welches wir gegen eure Mauern auszuspeyen gekommen waren, und eure Weiber, Kinder und euch im Frieden lassen. Solltet ihr aber so th?richt seyn, dieses unser zuvorkommendes Anerbieten auszuschlagen, so bildet euch nicht ein, da? diese alten Mauern euch gegen unsre Kriegs-Abgesandten sch��zen werden, wenn gleich alle diese Engl?nder mit ihrer Macht in ihrem rauhen Umkreis gelagert w?ren. Sagt uns also, will eure Stadt uns im Namen desjenigen, f��r welchen wir euch dazu auffordern, als ihren Herrn erkennen; oder sollen wir das Zeichen zum Angriff geben, und in Blut wattend in unser Eigenthum einziehen?
B��rger. Unsre Antwort ist kurz: Wir sind des K?nigs von England Unterthanen; f��r ihn und kraft seines Rechts, haben wir diese Stadt inne.
K?nig Johann. So erkennet dann euern K?nig, und lasset mich ein.
B��rger. Das k?nnen wir nicht; demjenigen der es bewei?t, da? er K?nig ist, wollen wir uns als getreue Unterthanen beweisen; so lange aber dieses nicht geschehen seyn wird, sollen
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