Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 | Page 8

Georg Dehio
Abschlu?gesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die einzige ?ffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum Schlu? dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit ver?ndert, jetzt rom. rest.). Die Wendeltreppen der T��rme enthalten alte T��ren, auf eine S?ngerb��hne ��ber dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen f?llt indes mit der Mitte der T��rme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was die rom. Bauperiode ausf��hrte, war der s��dl. der beiden T��rme. ��ber einem niedrigen 4 seitigen Gescho? zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der Kraft und Leichtigkeit der Verh?ltnisse und Formen ein Muster seiner Gattung (nahe verwandt den T��rmen von S. Blasien in M��hlhausen). Im Detail stehen sp?tromanische und tadellos fr��hgotische Formen unmittelbar nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch gr??ere H?he der Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht ��ber dem Qsch. (welches damals noch das alte), sondern westl. desselben ��ber dem letzten Joch des Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundri? (das zerst?rt vorgefundene oberste Gescho? freie Komposition von 1890). -- 2. Querschiff und Chor sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant und begonnen. Sie erstreben m?chtigere Raumentwicklung, ohne jedoch zu den ?lteren Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch. d��rfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen anschlie?en, nur sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander ger��ckt. Der Chor beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm gestattete Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in allen 3 Schiffen in gleicher H?he, das System des Qsch. fort. Hierauf schlie?en die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schlu?. Das Ergebnis ist bei beschr?nkter Grundfl?che eine sehr bedeutende Raumwirkung (die ?hnlichkeit mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). Die Form der Rippen spricht f��r Vollendung im vorger��ckten 14. Jh. -- Nach der 1309 erfolgten ��bergabe der K. an einen Nonnenkonvent wurde in den s��dl. Kreuzfl��gel und die s��dl. Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die j��ngste Rest. entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei wiederverwendet). Die 3 Chorkapellen von gleicher H?he, die mittlere durch Fialen und Giebel ��ber jeder Polygonseite ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ans?tzen). -- An der NSeite 2 pr?chtige Portale, ein gr??eres an der QschFront, ein kleineres am Ssch. mit Z��gen der Maulbronner Fr.Gotik. -- Doppelfl��geliges Altarwerk im s��dl. Nebenchor, bedeutendes St��ck, bez. 1489 (wohl von Jakob Naumann); im Schrein Marienkr?nung, zu den Seiten Laurentius und Bonifatius geschnitzt; aus welcher Schule die Fl��gelgem?lde, ist nicht festgestellt. -- Der n?rdl. Nebenchor enth?lt die Gr?ber der Grafen v. Schwarzburg. Hauptst��cke: gro?e Tumba G��nthers XXV. {~DAGGER~} 1368 und seiner Gemahlin Elisabeth {~DAGGER~} 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen, an der Spitze ein b?rtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog. ?treuer Eckardt? (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in Breslau, Kreuz-K.). -- Gro?es Prachtepitaph G��nthers XLI. und der Katharina v. Nassau, errichtet 1590. -- Skulpturen. Am Portal des n?rdl. Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben dem Portal des n?rdl. Qsch. 2 F��rstenstatuen, m?nnlich und weiblich, E. 13. Jh., von m??igem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen.
*Oberkirche* (Franziskaner) beg. 1246. -- 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l, Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der L?nge sehr gute Akustik. Der Chor nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schlu?wand. Vortreffliches Ma?werk. Eing?nge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand erst 1461 angef��gt. -- Epitaph des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. -- Fl��gelaltar 1594, das Gem?lde niederl?ndisch. Zahlreicher die Ausstattungsst��cke aus 1. H. 17. Jh.: 3geschossiger Hochaltar mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz; Taufstein mit 5 m hohem Baldachin; der f��rstl. Kirchenstand, ein auf 6 S?ulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der adlige Kirchenstand; die Gemeindeempore in 3 Geschossen, Br��stungsmalerei handwerksm??ig.
*Neue Kirche*. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur h?lzernen Decke mit Emporen angef��llt.
*Gottesacker-K.* 1738-43. Typisch f��r die th��ringischen Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der L?ngsachse verschobenes Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw. Grabsteine des 16.-18. Jh.
*Neidechsburg*. Ehem. Wasserschlo?, die Gr?ben und der runde Bergfried erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten, darunter h��bsches Portal.
*F��rstl. Schlo?* neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit gro?em Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane.
*Rathaus.* 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit s?ulengest��tztem Erkervorbau; in Nischen 2 got. Statuen, Erfurter Arbeit um 1730
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