Horizont?Heraufkam, und die ganze lange Nacht,?In der ich schlaflos in das Dunkel starrte,?Getobt vor Jammer und geweint vor Wut!
Denn du, ich weiss es, hast in einer H��tte?(Ich m?chte sie den Flammen ��bergeben!)?Auf alten, schlechten, strohgeflochtnen Matten?(Die wert sind auf dem Kehricht zu vermodern!)?Die plumpen Wangen einer Bauerndirne?Gestreichelt und gek��sst, und hast in Liebe?Bei ihr geweilt die ganze lange Nacht!
VERGEBENES BEM��HEN
UNBEKANNTER DICHTER
Dass wir uns lieben, hab ich abgestritten,?Mit heftigen Worten hab ich es geleugnet,?Ich habe mich so angestrengt mit Leugnen,?Wie man sich anstrengt, wenn man einen Lastkahn?Am Kap des leuchtenden Naniwa-Hafens?Mit einem Seile m��hevoll dahinzieht,--?Und dennoch bin ich, nichts hat mir gen��tzt,?In das Gerede aller Welt gekommen!
WUNSCH
UNBEKANNTER DICHTER
Nicht wertvoll scheint das Leben mir; jedoch?Da ich so sehr dich liebe, w��nsch ich wohl,?Dass ich noch lange, lange leben m?ge,?Um lang noch meine Liebe zu geniessen.
DIE TR?UME
FRAU KOMACHI
Seit ich im Traum den Mann seh, den ich liebe,--?Seit jener Zeit erst liebe ich der Tr?ume?Buntfarbene Falter als das k?stlichste?Geschenk der Nacht, das ich nicht missen m?chte.
EINSAM
FRAU KOMACHI
Der Bl��ten holde Sch?nheit ist entwichen,?Der rauhe Regen hat sie ganz zerst?rt,?Indessen ich, zwecklos in diesem Dasein,?Einsam den Blick ins Leere schweifen liess.
DAS LOTUSBLATT
HENJO
Ganz ohne Makel, weiss und leuchtend, bl��ht?Das Lotusblatt. Es scheint ganz ohne Trug--?Und dennoch l��gt es: denn das eitle will?Uns glauben machen, dass im edeln Schmucke?Von Diamanten es erstrahle,--und?Es sind doch Tropfen Taus nur, die es zieren!
FAMILIENSTOLZ
HENJO
Die Meinen sind so stolz, dass sie verlangen:?Der Name, den wir tragen, solle immer?So v?llig unverf?lscht sein wie die dunkle,?Von k��nstlichen Essenzen nicht ber��hrte?Nachtfarbe meines ungek?mmten Haars.
SCHWERMUT
PRINZ NARIHIRA
Wenn nie die Bl��ten auf den Kirschenb?umen?Erst��nden, brauchte unser Herz auch nie?Zu klagen, wenn die holden Bl��ten sterben.
Dir gilt mein Hass, o Mond. Denn viele Monde,?Die sich allm?hlich aneinanderf��gen,?Berauben mich der Wonnen meiner Jugend.
Ich weine meine ?rmel feucht bei Nacht,?Sie werden feuchter als vom Tau des Herbstes,?Denn du bist fern, der meine Sehnsucht gilt.
TAGELIED EINES M?DCHENS
PRINZ NARIHIRA
Nimm dich in acht, o Hahn, der kr?hend von?Der Liebe Bett uns aufscheucht! Wenn der Tag?Erschienen ist, so schleudr ich in den Rachen?Des Fuchses dich, damit er dich vertilgt.?Der du den Liebsten mir so schnell, so schnell?Entf��hrst durch dein abscheuliches Geschrei!
LIEBESKUMMER
PRINZ NARIHIRA
Da ich am Morgen durch die B��sche ging?Des taubenetzten, herbstlichen Gefildes,?N?sst ich den ?rmel mir. Doch ganz durchfeuchtet?Ward er erst nachts von meinen vielen Tr?nen,?Da jene mich allein liess, die ich liebe.
SEHNSUCHT NACH DER NACHTIGALL
TOMONORI
Ich will den Fr��hlingswind, o Nachtigall,?Mit weichen Blumend��ften zu dir senden,?Damit sie dir den Weg her��berweisen?In unsre Flur,--wir warten schon so lang!
DAUER IM WECHSEL
TOMONORI
Der Kirschbaum stand in Bl��ten. Schwarz und jung?Fiel mir das Haar vom Haupt, indes ich tanzte.
Der Kirschbaum stand in Bl��ten. Frisch und jung?Ergl?nzten sie,--mein Haar war grau geworden.
Heut wieder bl��ht der Kirschbaum. Himmlisch jung?Wie immer l?cheln seine Bl��ten nieder,--
Mein Haar ward weiss, ich stehe sinnend da.
GLEICHE SEHNSUCHT
TOMONORI
Der Abend kommt herab. Nun wandr ich an?Den Sao-Fluss, im Windhauch seines Ufers?Die Freundin zu erwarten. Was erklingt?Im Dunkel so voll Sehnsucht? Horch, das ist?Der einsam-schwermutvolle Ruf der M?we,?Die sich nach der Gef?hrtin sehnt, wie ich.
DIE WILDGANS
OCHI
Vor��ber ist die b?se Winternacht.?Der Lenz zog ein. Dort durch die Silberwolken?Breitet die Wildgans kreischend ihre Fl��gel.
Sie strebt nach Norden, wo seit Monden schon?Das M?dchen weilt, nach dem mein Herz sich sehnt.?O Wildgans, nimm mich mit auf deinen Fl��geln!
FR��HLINGSREGEN
OTOMO KURONUSHI
Sie weinen alle, da die Kirschenbl��ten?Zur Erde rieseln. Dieses f?llt mir ein:?Ob wohl der Regen, der im Fr��hling f?llt,?Die Tr?nenflut der trauernden Menschen ist?
BETRACHTUNG
FRAU ISE
Am Ufer von Naniwas Seebucht seh ich Rohr?Mit kleinen Spannen schwanken in dem feinen Windhauch.
Gelehnt an deine liebe Schulter, muss ich denken,?Ob ich wohl leben k?nnte, wenn mich das Geschick.
Die allerkleinste Spanne Zeit von dir entfernt?Zu weilen zw?nge, mein zu sehr Geliebter!
TR��BSINN
MITSUNE
Du flohest in die Berge, voller Hass?Gegen die Welt. Wenn in den Bergen nun?Dich auch der dunkle Tr��bsinn ��berf?llt,--?Wohin dann willst du weiter fliehn, o Freund?
HEUTE!
MITSUNE
Bald wird der Sturmwind durch die Fluren heulen?Und Laub und Fr��chte von den B?umen sch��tteln?Und Bl��ten knicken, wo er immer weht.?Drum, willst du Bl��ten pfl��cken,--tu es heute!?Vielleicht, vielleicht ists morgen schon zu sp?t.
AN EINEN FREUND
MITSUNE
Du kommst nur, um die Blumen bl��hn zu sehen?Bei meinem Hause. Sind sie erst verwelkt,?So weiss ich wohl, dass ich mich Tag f��r Tag?Umsonst nach deinem Kommen sehnen werde.
ERINNERUNG
TADAMINE
Da ich von ihr auf ewig schied, stand f��hllos?Und blass der Mond am Morgenhimmel da.
Nichts qu?lt mich schrecklicher seit jenem Morgen,?Als wenn ich in der Fr��he, m��d erwacht,?Den Mond in fahler D?mmerung h?ngen seh.
FROMMER WUNSCH
TADAMINE
Ich w��nschte wohl, dass ich in Mondschein mich?Verwandeln k?nnte. Endlich w��rde dann?Das M?dchen, das ich so voll Inbrunst liebe.?Mit schmachtendem Gef��hle mich betrachten,?W?hrend es jetzt nur grausam zu mir ist.
HALTLOS
TADAMINE
So wie die Wasserlinsen auf dem Fluss?Ganz wurzellos und ohne jeden Halt?Hierhin und dahin ziehn: so treib auch ich?Haltlos umher im Strome meiner Liebe.
DAS KLAGENDE HERZ
FUKAYOBU
Vergleichbar einer Wildgans ist mein Herz,?Das krank von Sehnsucht dir entgegenschl?gt.?Es irrt umher und klagt voll banger Unruh,?So wie die Wildgans in dem Meer der Luft.
DIE ALLERERSTEN BL��TEN
MASAZUMI
Froh sprudeln durch die Ritzen nun des Eises,?Das vor dem

Continue reading on your phone by scaning this QR Code
Tip: The current page has been bookmarked automatically. If you wish to continue reading later, just open the
Dertz Homepage, and click on the 'continue reading' link at the bottom of the page.