In St. J��rgen [German, with accents]
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Title: In St. Juergen
Author: Theodor Storm
Release Date: September, 2005 [EBook #8926] [Yes, we are more than one year ahead of schedule] [This file was first posted on August 25, 2003]
Edition: 10
Language: German
Character set encoding: ISO Latin-1
*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK IN ST. JUERGEN ***
Produced by Mike Pullen and Delphine Lettau;
This Etext is in German.
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Dieses Buch wurde uns freundlicherweise vom "Gutenberg Projekt-DE" zur Verf��gung gestellt. Das Projekt ist unter der Internet-Adresse http://gutenberg.spiegel.de/ erreichbar.
IN ST. J��RGEN
von THEODOR STORM
Novelle (1867)
Es ist nur ein schmuckloses St?dtchen, meine Vaterstadt; sie liegt in einer baumlosen K��stenebene, und ihre H?user sind alt und finster. Dennoch habe ich sie immer f��r einen angenehmen Ort gehalten, und zwei den Menschen heilige V?gel scheinen diese Meinung zu teilen. Bei hoher Sommerluft schweben fortw?hrend St?rche ��ber der Stadt, die ihre Nester unten auf den D?chern haben; und wenn im April die ersten L��fte aus dem S��den wehen, so bringen sie gewi? die Schwalben mit, und ein Nachbar sagt's dem andern, da? sie gekommen sind.--So ist es eben jetzt. Unter meinem Fenster im Garten bl��hen die ersten Veilchen, und dr��ben auf der Planke sitzt auch schon die Schwalbe und zwitschert ihr altes Lied:
Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm; und je l?nger sie singt, je mehr gedenke ich einer l?ngst Verstorbenen, der ich f��r manche gute Stunde meiner Jugend zu danken habe.
Meine Gedanken gehen die lange Stra?e hinauf bis zum ?u?ersten Ende, wo das St.-J��rgens-Stift liegt; denn auch unsere Stadt hat ein solches, wie im Norden die meisten St?dte von einiger Bedeutung. Das jetzige Haus ist im sechzehnten Jahrhundert von einem unserer Herz?ge erbaut und durch den Wohlt?tigkeitssinn der B��rger allm?hlich zu einem gewissen Reichtum gediehen, so da? es nun f��r alte Menschen, die nach der Not des Lebens noch vor der ewigen Ruhe den Frieden suchen, einen gar behaglichen Aufenthaltsort bildet.--Mit der einen Seite streckt es sich an dem St.-J��rgens-Kirchhof entlang, unter dessen m?chtigen Linden schon die ersten Reformatoren gepredigt haben; die andere liegt nach dem innern Hofe und einem angrenzenden schmalen G?rtchen, aus dem in meiner Jugendzeit die Pfr��ndnerinnen sich ihr Str?u?chen zum sonnt?glichen Gottesdienste pfl��ckten. Unter zwei schweren gotischen Giebeln f��hrt ein dunkler Torweg von der Stra?e her in diesen Hof, von welchem aus man durch eine Reihe von T��ren in das Innere des Hauses, zu der ger?umigen Kapelle und zu den Zellen der Stiftsleute gelangt.
Durch jenes Tor bin ich als Knabe oft gegangen; denn seitdem, lange vor meiner Erinnerung, die gro?e St.-Marien-Kirche wegen Bauf?lligkeit abgebrochen war, wurde der allgemeine Gottesdienst viele Jahre hindurch in der Kapelle des St.-J��rgens-Stiftes gehalten.
Wie oft zur Sommerzeit, ehe ich in die Kapellent��r trat, bin ich in der Stille des Sonntagsmorgens z?gernd auf dem sonnigen Hofe stehengeblieben, den von dem nebenliegenden G?rtchen her, je nach der Jahreszeit, Goldlack-, Nelken- oder Resedaduft erf��llte.--Aber dies war nicht das einzige, weshalb mir derzeit der Kirchgang so lieblich schien; denn oftmals, besonders wenn ich ein St��ndchen fr��her auf den Beinen war, ging ich weiter in den Hof hinab und lugte nach einem von der Morgensonne beleuchteten Fensterchen im obern Stock, an dessen einer Seite zwei Schwalben sich ihr Nest gebaut hatten. Der eine Fensterfl��gel stand meistens offen; und wenn meine Schritte auf dem Steinpflaster laut wurden, so bog sich wohl ein Frauenkopf mit grauem glattgescheiteltem Haar unter einem schneewei?en H?ubchen daraus hervor und nickte freundlich zu mir herab. "Guten Morgen, Hansen", rief ich dann; denn nur bei diesem, ihrem Familiennamen, nannten wir Kinder unsere alte Freundin;

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