Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 | Page 6

Georg Dehio
spgot. Altarwerk mit Doppelfl��geln.
AMMERN. Pr. Sachsen Kr. M��hlhausen.
*Dorf-K.* modern. Bmkw. Taufstein A. 14. Jh.
AM?NEBURG. RB Cassel Kr. Kirchhain.
[*Kathol. K.* Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]
*Schlo?.* Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866. Noch immer gro?artige Ruine.
AMORBACH. UFranken BA Miltenberg.
*Benediktinerabtei-K.*, jetzt protestant. 1742-47 ausgef��hrt als Umbau einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs. beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unber��hrt rom. die 3 Freigeschosse der T��rme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen, Detail ohne Feinheit. -- Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten General v. Welsch, ausgef��hrt vom F?hnrich Schick, der anscheinend auch einige Um?nderungen vornahm. Kreuzf?rmige Basilika von 4 Joch im Lhs. Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile durchweg von m??igem Relief. -- Im Chor setzt sich das System des Lhs. in 2 Joch fort, Schlu? 1/2kr. -- Das Bedeutendste an der K. ist die in un��bertroffenem Gleichma? der Gesamtwirkung durchgef��hrte Dekoration. Sie r��ckt den Bau in die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die Stuckierung von J. M. Feichtmayer und Gg. Uebelher. (Beide aus der Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ans?ssig, letzterer vorher in den ?reichen Zimmern? der M��nchener Residenz und der Klst.K. Diessen t?tig). Sie vertritt die deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist wei?, hie und da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus bla?rot gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den Deckengem?lden zugewiesen; voll. 1749 von Math. G��nther aus Augsburg (einem Sch��ler der Asam, auch von Tiepolo beeinflu?t; bedeutendster deutscher Freskomaler des 18. Jh.); im einzelnen fl��chtig und maniriert, stupend sicher in Massenverteilung und Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich angepa?t. Die Seitenalt?re stehen zum Gl��ck nicht an den Schiffspfeilern, sondern an den Seitenw?nden unter den Fenstern; die antitektonische Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr unumwunden aus; einige sehen aus wie aus Korallenriffen aufgebaut. Ausgef��hrt (bis nach 1760) von K��nstlern aus W��rzburg. Ebendaher die Kanzel von Joh. Wolfg. van der Auwera und die prachtvollen Abschlu?gitter des Lhs. von Gattinger. Verh?ltnism??ig sehr einfach die Chorst��hle; ein Teil soll zu Beichtst��hlen in der kathol. Pfarr-K. umgearbeitet sein.
*Klostergeb?ude*. An die rom. Epoche erinnert eine kleine T��r im 2. Gescho? der SWand des s��dl. Turmes, sie f��hrte in einen Korridor ��ber dem Kreuzgang. Aus letzterem 20 S?ulchen von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh., erhalten. Die Hauptgeb?ude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des F��rsten von Leiningen) gro?, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. der Bibliotheksaal von ca. 1790.
*Kathol. Pfarr-K*. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok. selten angewandten Hallensystem, ?hnlich S. Peter in Mainz, beide vermutungsweise von Jos. Val. Thoman; das ?u?ere in Quadern von rotem Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der Chorapsis gruppierten T��rme. Deckengem?lde von Zick. Die trefflichen Skulpturen des Hochaltars von Joseph Keilwerth aus W��rzburg (einem sonst unbekannten K��nstler); besonders der h. Sebastian durch feine Empfindung und ehrliches Naturstudium ��ber die Masse der zeitgen?ssischen Produktion hervorragend. -- *Klosterm��hle* 1448. (Inschr.)
*Kurmainzisches Amtshaus* mit dem Wappen der Erzbisch?fe Dither v. Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).
AMORSBRUNN bei Amorbach. UFranken.
*Kapelle.* 1521. Geschnitzter Fl��gelaltar mit der Wurzel Jesse, recht gute Arbeit um 1500.
AMSDORF. Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
*Dorf-K.*, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis.
ANNABERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Anna-K.* 1499-1520. Hauptbaumeister Peter von Pirna (?), seit 1515 Jakob von Schweinfurt. -- 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., ?stl. Schlu? in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit wie das Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und zwischen sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die oberhalb ihrer eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigent��mlicher die querschiffartige Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgescho? geschlossene Sakristeien und ��ber ihnen gegen das Sch. ge?ffnete Kapp. Die Unregelm??igkeiten durch schr?ge Stellung der WWand und den im SW einspringenden Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch einnehmende Empore ausgeglichen. Breite: H?he = ca. 25: 20, die Pfll. sehr schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller Erinnerung an das Kreuzgwb. m?glichst als Einheit behandelt; hergestellt von Barthel v. Durbach und Conrad v. Buttigen (B��dingen?). Ihre Rippen, auch in der Grundri?projektion gekr��mmt (sog. ?gewundene Reihungen?, f��r die s?chsische Architektur dieser Zeit bezeichnend), wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ans?tze an den Pfll. mit gesuchter Willk��r in ungleichen H?hen, auf ihren Knotenpunkten phantastisch geformte Schlu?steine. Noch raffiniertere Kl��geleien am Gwb. der s��dl. Sakristei. Ausgepr?gte Spitzbgg. sind ��berall vermieden. Die Fenster schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen Fischblasen. Das ?u?ere von fast ?rmlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die k��nstlerische Absicht des stilgeschichtlich wichtigen Geb?udes ist nur im Innern zu
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