Kerl, wenn er auch nicht reich war. Ach ja! sie haben so viele Launen! (Er setzt sich rechts an den Tisch.) Es ist in jedem Fall sonderbar von dem Fr?ulein, da? sie lieber bei den Leuten zu Hause bleiben will, als ihren Vater zu ihren Verwandten begleiten? Nicht?
Christine. Ja, sie f��hlt sich wohl gleichsam ein wenig geniert nach der Geschichte mit ihrem Br?utigam.
Jean. Kann schon sein! Aber es war doch in jedem Fall ein t��chtiger Kerl. Wei?t du, Christine, wie es kam? Ich sah es mit an, obgleich ich mir nichts merken lassen wollte.
Christine. Wie? Du sahst es mit an?
Jean. Ja, das that ich. Sie waren eines Abends unten im Stallhof, und das Fr?ulein ?tr?nierte? ihn, wie sie es nannte -- wei?t du, was sie machte? Sie lie? ihn ��ber die Reitpeitsche springen, wie einen Hund, den man ?hop? machen lehrt. Zweimal sprang er hin��ber und bekam jedesmal einen Schlag; aber das dritte Mal nahm er ihr die Reitpeitsche aus der Hand, zerbrach sie in tausend St��cke und -- ging.
Christine. So kam es? Nein, was du sagst!
Jean. Ja, so kam es! Aber kannst du mir nun nicht etwas Gutes zu essen geben, Christine?
Christine (legt aus der Pfanne auf und setzt es Jean vor). Ach, nur ein bi?chen Nieren, die ich aus dem Kalbsbraten herausgeschnitten habe!
Jean (beriecht das Essen). Ah! Sehr sch?n, das ist mein gr??tes Delice! (Er bef��hlt den Teller.) Aber du h?ttest den Teller w?rmen k?nnen!
Christine. Du bist noch krittlicher, als selbst der Graf, wenn du erst einmal anf?ngst. (Sie zieht ihn liebkosend am Haar.)
Jean (b?se). Au! Du mu?t mich nicht so rei?en, du wei?t ja, wie empfindlich ich bin.
Christine. Na, na, es war ja nur aus Liebe.
Jean (i?t).
Christine (zieht eine Flasche Bier auf).
Jean. Bier in der Johannisnacht? Nein, danke bestens! Da habe ich selbst was Besseres. (Er ?ffnet die Tischschublade und nimmt eine Flasche Rotwein mit gelbem Lack heraus.) Gelber Lack, siehst du! Gieb mir nun ein Glas! Ein Fu?glas, versteht sich, wenn man reinen Wein trinkt.
Christine (wendet sich wieder zum Herd und setzt eine kleine Kasserole auf). Gott sei der gn?dig, die dich einmal zum Mann bekommt! So ein Kr?kler!
Jean. Ach red' doch nicht! Du w?rst sehr vergn��gt, wenn du so'n feinen Kerl, wie mich, bek?mst; und ich glaube nicht, da? du davon Schaden hast, da? man mich deinen Liebsten nennt! (Er schmeckt den Wein.) Ah! Sehr fein! Sehr fein! Nur etwas zu wenig temperiert! (Er w?rmt das Glas mit der Hand.) Den haben wir in Dijon gekauft. Und er kam vier Francs der Liter ohne Glas; und dann noch der Zoll dazu! Was kochst du denn jetzt? Das stinkt ja infernalisch!
Christine. Ach, das ist so ein Teufelsdreck, den Fr?ulein Julie f��r die Diana haben will.
Jean. Du solltest dich ein wenig zierlicher ausdr��cken, Christine! Aber warum mu?t du am heiligen Abend dastehen und f��r das Beest kochen? Ist es krank, was?
Christine. Jawohl! Sie hat sich zu dem Hofhund hinausgeschlichen -- und da haben sie Unsinn gemacht -- und siehst du, davon will das Fr?ulein nichts wissen.
Jean. Ja, in einer Beziehung ist das Fr?ulein zu stolz und in anderer zu wenig stolz, ganz wie die Gr?fin bei Lebzeiten. Sie f��hlte sich am wohlsten in der K��che und im Stall, aber sie wollte niemals mit einem Pferd fahren; sie ging mit schmutzigen Manschetten, mu?te aber die Grafenkrone auf den Kn?pfen haben. Das Fr?ulein, um nun von ihr zu reden, nimmt sich und ihre Person nicht genug in acht. Ich m?chte sagen, sie ist nicht fein. Jetzt eben, als sie in der Scheune tanzte, ri? sie den F?rster von Annas Seite fort und forderte ihn selbst auf. Wir w��rden uns nicht so benehmen; aber so geht es, wenn die Herrschaften sich gemein machen, dann -- werden sie gemein! Aber stattlich ist sie! Prachtvoll! O! Diese Schultern! Dieser Busen! und -- &c.!
Christine. Na, dabei ist auch viel Kunst! Ich wei?, was Klara gesagt hat, die ihr beim Anziehen hilft.
Jean. Pah, Klara! Ihr seid immer neidisch aufeinander! Ich bin mit ihr ausgewesen und habe sie reiten sehen -- Und dann, wie sie tanzt!
Christine. H?re einmal, Jean! Willst du nicht mit mir tanzen, wenn ich fertig bin?
Jean. Ja, nat��rlich will ich das.
Christine. Versprichst du es mir?
Jean. Versprechen? Wenn ich sage, ich thue es, dann thue ich es auch! Indessen besten Dank f��r das Essen. Es war sehr gut. (Er schl?gt den Pfropfen in die Flasche hinein.)
Das Fr?ulein (in der Glasth��r, spricht nach au?en). Ich bin sogleich wieder da! Geht nur solange voran!
Jean (verbirgt die Weinflasche in der Tischschublade und steht dann ehrerbietig auf).
Fr?ulein Julie (tritt ein und geht zu Christine an den Herd). Na! Ist es fertig?
Christine (giebt ihr durch Zeichen zu verstehen, da? Jean zugegen ist).
Jean (galant). Haben die Damen Geheimnisse vor?
Julie (schl?gt ihm mit dem Taschentuch ins Gesicht). Ist Er neugierig?
Jean. Ach, wie sch?n das nach Veilchen duftete!
Julie (kokett). Unversch?mter! Versteht

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