Fabeln und Erzählungen

Gotthold Ephraim Lessing
Project Gutenberg's Fabeln und Erzaehlungen, by Gotthold Ephraim Lessing #7 in our series by Gotthold Ephraim Lessing
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Title: Fabeln und Erzaehlungen
Author: Gotthold Ephraim Lessing
Release Date: October, 2005 [EBook #9158]?[Yes, we are more than one year ahead of schedule]?[This file was first posted on September 9, 2003]
Edition: 10
Language: German
Character set encoding: ISO-8859-1
? START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK FABELN UND ERZAEHLUNGEN ***
Produced by Delphine Letttau
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Dieses Buch wurde uns freundlicherweise vom "Gutenberg Projekt-DE" zur Verf��gung gestellt. Das Projekt ist unter der Internet-Adresse erreichbar.
Fabeln und Erz?hlungen
Gotthold Ephraim Lessing
Inhalt:
Das Geheimnis?Das Kruzifix?Das Muster der Ehen?Der ��ber uns?Der Adler und die Eule?Der Eremit?Der Hirsch und der Fuchs?Der L?we und die M��cke?Der Sperling und die Feldmaus?Der Tanzb?r?Der Wunsch zu sterben?Die B?re?Die Brille?Die Nu? und die Katze?Die Sonne?Die Teilung?Die eheliche Liebe?Die kranke Pulcheria?Faustin?Morydan?Nix Bodenstrom
Das Geheimnis
Hans war zum Pater hingetreten,?Ihm seine S��nden vorzubeten.?Hans war noch jung, doch ohne Ruhm,?So jung er war, von Herzen dumm.?Der Pater h?rt ihn an. Hans beichtete nicht viel.?Was sollte Hans auch beichten??Von S��nden wu?t er nichts, und destomehr vom Spiel.?Spiel ist ein Mittelding, das braucht er nicht zu beichten. "Nun, soll das alles sein??F?llt", sprach der Pater, "dir sonst nichts zu beichten ein?" "Ehrw��rdger Herr, sonst nichts--"Sonst wei?t du gar nichts mehr?" "Gar nichts, bei meiner Ehr!"?"Sonst wei?t du nichts? das w?re schlecht!?So wenig S��nden? Hans besinn dich recht."?"Ach Herr, mit Seinem scharfen Fragen--?Ich w��?te wohl noch was."?"Nu? Nur heraus!--"Ja das,?Herr Pater, kann ich Ihm bei meiner Treu nicht sagen."?"So? wei?t du etwa schon, wor��ber junge Dirnen,?Wenn man es ihnen tut, und ihnen nicht tut, z��rnen?"?"Herr, ich versteh Euch nicht"--"Und desto besser; gut.?Du wei?t doch nichts von Dieberei, von Blut??Dein Vater hurt doch nicht?"--"O meine Mutter sprichts;?Doch das ist alles nichts."?"Nichts? Nu, was wei?t du denn? Gesteh! du mu?t es sagen! Und ich versprech es dir,?Was du gestehest bleibt bei mir."?"Auf Sein Versprechen, Herr, mag es ein andrer wagen;?Da? ich kein Narre bin!?Er darfs, Ehrw��rdger Herr, nur einem Jungen sagen,?So ist mein Gl��cke hin."?"Verstockter B?sewicht", fuhr ihn der Pater an,?"Wei?t du, vor wem du stehst?--da? ich dich zwingen kann??Geh! dein Gewissen soll dich brennen!?Kein Heiliger dich kennen!?Dich kenn Maria nicht, auch nicht Mariens Sohn!"?Hier w?r dem armen Bauerjungen?Vor Angst beinah das Herz zersprungen.?Er weint und sprach voll Reu: "Ich wei?"--"Das wei? ich schon, Da? du was wei?t; doch was?"--"Was sich nicht sagen l??t"-- "Noch zauderst du?"--"Ich wei?"--"Was denn?" "Ein Vogelnest. Doch wo es ist, fragt nicht; ich f��rchte drum zu kommen.?Vorm Jahre hat mir Matz wohl zehne weggenommen."?"Geh Narr, ein Vogelnest war nicht der M��he wert,?Da? du es mir gesagt, und ichs von dir begehrt."
Ich kenn ein drolligt Volk,* mit mir kennt es die Welt,?Das schon seit manchen Jahren?Die Neugier auf der Folter h?lt,?Und dennoch kann sie nichts erfahren.?H?r auf, leichtgl?ubge Schar, sie forschend zu umschlingen! H?r auf, mit Ernst in sie zu dringen!?Wer kein Geheimnis hat, kann leicht den Mund verschlie?en.?Das Gift der Plauderei ist, nichts zu plaudern wissen.?Und wissen sie auch was, so kann mein M?rchen lehren,?Da? oft Geheimnisse uns nichts Geheimes lehren,?Und man zuletzt wohl spricht: War das der M��he wert,?Da? ihr es mir gesagt, und ichs von euch begehrt?
? Die Freim?urer.
Das Kruzifix
"Hans", spricht der Pater, "du mu?t laufen,?Uns in der n?chsten Stadt ein Kruzifix zu kaufen.?Nimm Matzen mit, hier hast du Geld.?Du wirst wohl sehn, wie teuer man es h?lt."?Hans k?mmt mit Matzen nach der Stadt.?Der erste K��nstler war der beste.?"Herr, wenn Er Kruzifixe hat,?So la? Er uns doch eins zum heilgen Osterfeste."
Der K��nstler war ein schalkscher Mann,?Der gern der Einfalt lachte,?Und Dumme gern noch d��mmer machte,?Und fing im Scherz zu fragen an:?"Was wollt ihr denn f��r eines?"
"Je nun", spricht Matz, "ein wacker feines.?Wir werden sehn, was ihr uns gebt."
"Das glaub ich wohl, allein das frag ich nicht.?Ein totes, oder eins das lebt?"
Hans guckte Matzen und Matz Hansen ins Gesicht.?Sie ?ffneten das Maul, allein es redte nicht.?"Nun gebt mir doch Bericht.?Habt ihr den Pater nicht gefragt?"?"Mein Blut!" spricht endlich Hans, der aus dem Traum erwachte, "Mein Blut!
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