Wenn es so weiter geht, so ist der Sieg gewi?."
Der Dienst thuende Kammerdiener meldete den Gro?-Siegelbewahrer.
"Er ist willkommen," rief der Kaiser lebhaft und ging rasch nach der Th��r hin, durch welche Herr Ollivier l?chelnd und freudig bewegt eintrat. Er ergriff mit tiefer Verneigung die dargebotene Hand des Kaisers, zog dann einige Telegramme aus seiner Tasche und rief, ohne die Anrede seines Souverains abzuwarten:
"Alles geht vortrefflich, Sire, bis heute morgen war das Resultat von hundertundsechzig Wahlbezirken bekannt. Die Zahl der eingetriebenen W?hler betrug 3,671,400 davon haben 2,614,000 mit Ja gestimmt und 432,000 mit Nein. So eben," fuhr er fort, "habe ich dieses zweite Telegramm erhalten, nach welchem nunmehr bis auf sechsundzwanzig Wahlbezirke die Resultate s?mmtlich bekannt sind. F��r Ja stimmten hiernach 6,399,000, mit Nein 1,349,000. Die Stimmen der Armee und der Marine und der Bev?lkerung von Algier sind hierbei noch nicht mitgerechnet; da die Gesammtzahl der Stimmenden ungef?hr auf acht bis zehn Millionen anzuschlagen ist, so ist eine colossale Majorit?t bereits gesichert."
Der Kaiser athmete tief auf und dr��ckte noch einmal herzlich die Hand seines Ministers.
"Das Gl��ck steht mir noch zur Seite," sagte er halblaut, mehr seinem fr��hern Gedankengang folgend, als zu Herrn Ollivier sprechend. "Dies gl?nzende Resultat," sagte er dann mit unendlich liebensw��rdiger Verbindlichkeit, "habe ich zum gro?en Theil meinen Ministern und Ihnen ins Besondere, mein lieber Herr Ollivier, zu verdanken, da Sie es verstanden haben, die Sympathien des ganzen Volkes um die kaiserliche Regierung zu vereinigen, und vielleicht war dieses ungl��ckliche traurige Complott, das man entdeckt hat, ebenfalls eine gl��ckliche F��gung, da gerade dadurch dem ganzen Lande klar geworden ist, von welchen Gefahren die Ordnung des Staats und der Gesellschaft bedroht wird, von Gefahren, gegen welche nur ein freisinniges und kraftvolles kaiserliches Regiment Schutz und Rettung bieten kann. Seien Sie ��berzeugt, da? ich die Dienste, welche Sie dem Lande, mir und meinem Hause geleistet haben, niemals vergessen werde."
Herr Ollivier verneigte sich mit zufriedenem L?cheln.
"Eure Majest?t haben ganz mit Recht bemerkt," sagte er dann, "da? das verbrecherische Complott, welches die Wachsamkeit der Polizei vor einigen Tagen entdeckt, sehr g��nstig auf die Theilnahme der gut gesinnten Bev?lkerung auf die Abstimmungen gewirkt hat,--dessen ungeachtet" fuhr er fort, "bleibt die Sache sehr zu beklagen, denn Alles, was man bis jetzt ermittelt hat, zeigt deutlich, da? man es hier mit einem tief angelegten Plan unvers?hnlicher Verschw?rer zu thun hat, und ich bitte Eure Majest?t zu genehmigen, da? nicht wie in fr��hern ?hnlichen F?llen die Angelegenheit mit der Ihnen pers?nlich so nahe liegenden Milde behandelt, sondern da? hier mit der ?u?ersten Strenge vorgegangen werde, um ein f��r allemal ernstlich und nachdr��cklich von ?hnlichen Unternehmungen abzuschrecken.
"Es widerstrebt mir," sagte der Kaiser mit einem sanften weichen Ausdruck, "Unternehmungen, welche gegen meine Person und mein Leben gerichtet sind, mit ?u?erster Strenge zu verfolgen. Nach meinem Gef��hl m?chte ich Wahnsinnige, die derartiges versuchen, am liebsten v?llig ungestraft lassen, und das um so mehr in einem Augenblick, in welchem mir das ganze Volk auf eine so gl?nzende Weise sein Vertrauen bezeigt. Doch," fuhr er ernster fort, "es handelt sich hier nicht allein um mich, man hat nicht nur mich bedroht, sondern zugleich die Sicherheit des ganzen Staatsgeb?udes, wie ich dasselbe unter Mitwirkung der besten Kr?fte des Landes und der Acclamation des ganzen Volkes errichtet habe; hier darf keine Milde walten! Was hat man weiter entdeckt," fuhr er fort. "Ich bin sehr gespannt auf die Ermittelung des Zusammenhangs der Verschw?rung."
"Der Polizeipr?fect befindet sich in Eurer Majest?t Vorzimmer," erwiderte Herr Ollivier, "und wenn Sie es erlauben, kann er hier sogleich seinen Bericht erstatten, und Eure Majest?t k?nnen die Ma?regeln genehmigen, welche ich zur gerichtlichen Verfolgung der Verbrecher und zum Schutz der ?ffentlichen Sicherheit vorschlagen m?chte."
Der Kaiser neigte zustimmend den Kopf.
Herr Ollivier ging hinaus und kehrte nach wenigen Augenblicken mit dem Polizeipr?fecten Pietri zur��ck, dessen bleiches, scharfes Gesicht unbeweglich und kalt wie immer war und dessen scharfe Augen fast noch stechender als gew?hnlich unter dem tiefen Schatten der vorspringenden Stirn hervorblickten.
Auf den Wink des Kaisers nahmen der Justizminister und der Polizeipr?fect neben dem Schreibtisch Platz, w?hrend Napoleon sich in seinen Lehnstuhl niedersinken lie?,--den Ellenbogen auf das Knie gest��tzt blickte er Herrn Pietri fragend und erwartungsvoll an.
"Eurer Majest?t," begann dieser, indem er eine kleine Mappe ?ffnete und mehrere Papiere aus derselben hervorzog, "erlaube ich mir mitzutheilen, da? der fr��here Corporal Beaury in seiner Wohnung in der Rue St. Maur, die er nach seiner Ankunft aus London bezogen hatte, verhaftet wurde. Man hat bei ihm einen Dolch und einen Revolver, eine Summe von etwas ��ber dreihundert Francs gefunden, zugleich aber auch vor allen Dingen Briefe von Gustav Flourens aus London, welche zweifellos beweisen, da? Beaury den Auftrag erhalten und angenommen hatte, Eure Majest?t durch die Bomben zu t?dten, von denen ich Ihnen bereits eine Probe zu ��berreichen die Ehre gehabt habe."
"Die Sprengbomben sind vortrefflich construirt," sagte der Kaiser--"ich w��rde ihrer Wirkung nicht entgangen sein," f��gte er

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