Der Erste Theil von König Heinrich dem Vierten | Page 4

William Shakespeare
schlaffen; wenn ihr gehen wollt, so will ich euch eure Beutel mit Cronen voll stopfen; wollt ihr nicht, so bleibt da, und der Henker hole euch.
Falstaff.?H?rt ihr, Yedward; wenn ich daheim bleibe und nicht mit gehe, so will ich euch daf��r h?ngen, da? ihr gegangen seyd.
Poins.?Willt du das, Vielfra??
Falstaff.?Hal, willt du einer von uns seyn?
Prinz Heinrich.?Wer, ich rauben? Ich, ein Dieb? Nein, bey meiner Treu!
Falstaff.?Du hast weder Ehre noch Tapferkeit im Leibe, wenn du das thust; du willt deine guten Freunde so im Stich lassen? Meiner Six, du hast keinen Tropfen k?nigliches Blut im Leib, wenn du nicht um zehn Schillinge das Herz hast zu ruffen: Halt!
Prinz Heinrich.?So sey es dann, einmal in meinem Leben will ich ein Tollkopf seyn.
Falstaff.?Nun, das hei?t einmal brav gesprochen.
Prinz Heinrich.?Nein, geh' es wie es will, ich bleibe zu Hause.
Falstaff.?Bey G** so will ich ein Verr?ther seyn, wenn du K?nig bist.
Prinz Heinrich.?Ich bek��mmre mich nichts darum.
Poins.?Sir John, ich bitte dich, la? den Prinzen und mich allein; ich will ihm solche Gr��nde vorlegen, da? er gewi? gehen soll.
Falstaff.?Gut, m?gest du den Geist der Ueberredung haben, und er Ohren zu h?ren, damit was du redest bewegen m?ge, und was er h?rt geglaubt werde. Lebet wohl indessen, ihr sollt mich in East-Cheap finden.
(Falstaff geht ab.)
Poins.?Nun, mein lieber s��sser Zuker-Prinz, reitet morgen mit mir. Ich hab einen Spa? im Kopf, den ich allein nicht ausf��hren kan. Falstaff, Bardolph, Peto und Gadshill sollen diese Leute berauben, auf die wir einen Anschlag gemacht haben; ihr und ich wollen nicht dabey zugegen seyn; wenn sie dann die Beute haben, und ihr und ich sie ihnen nicht abjagen, so haut diesen Kopf von meinen Schultern.
Prinz Heinrich.?Aber wie werden wir von ihnen kommen, wenn wir mit ihnen ausreiten?
Poins.?Wie? Wir wollen vor oder nach ihnen fort, und ihnen einen gewissen Plaz bestimmen, wo wir zusammentreffen wollen, und den k?nnen wir ja hernach verfehlen, wenn's uns beliebt; und dann werden sie das Abentheuer allein unternehmen, und sobald sie damit fertig sind, so wollen wir ��ber sie her.
Prinz Heinrich.?Gut; aber es ist vermuthlich, da? sie uns an unsern Pferden, an unsern Kleidern, und an hundert andern Merkmahlen erkennen werden.
Poins.?F��r das ist schon Rath geschaft. Unsre Pferde sollen sie nicht sehen, denn die wollen wir im Wald anbinden; unsre Visiere wollen wir gegen andre verwechseln, wenn wir von ihnen weg sind; und, Sapperment! ich habe Ueberr?ke von Schetter im Vorrath, unter denen niemand unsre Kleider kennen soll.
Prinz Heinrich.?Aber ich besorge, sie werden uns zu stark seyn.
Poins.?O was das anbetrift, zween von ihnen kenne ich als ein Paar so ?chtgebohrne Memmen, als jemals den R��ken gewiesen haben; und was den?dritten betrift, wenn der sich l?nger wehrt als recht ist, so will ich alles Gewehr verschw?ren. Der gr?ste Spa? von der Sache wird in den miraculosen L��gen bestehen, die dieser nemliche dike Spizbube uns vorsagen wird, wenn wir zum Nacht-Essen zusammen kommen; wie er es zum wenigsten mit drey?ig aufgenommen, was f��r Hiebe er bekommen, was f��r Gefahren er bestanden habe; und in der Art, wie wir ihn aller dieser Aufschneidereyen ��berweisen werden, ligt der Spa?.
Prinz Heinrich.?Gut, ich will mit dir gehen; sorge f��r alles was wir n?thig haben, und erwarte mich auf morgen Nachts in East-Cheap. Leb' wohl.
Poins.?Lebet wohl, Milord.
(Poins geht ab.)
Prinz Heinrich.?Ich kenne auch alle, und will noch eine Weile diesen z��gellosen Humor eurer m��?igen L��derlichkeit in der H?he halten; aber hierinn will ich die Sonne nachahmen, die den unedeln anstekenden D��nsten erlaubt, ihre Sch?nheit der Welt zu verbergen; damit, sobald es ihr gef?llt, wieder sie selbst zu seyn, sie desto mehr bewundert werde, wenn sie, eine Zeitlang vermi?t, auf einmal durch die faulen und h??lichen Wolken hervorbricht, welche sie zu erstiken geschienen hatten. Wenn das ganze Jahr aus lauter Fest-Tagen best��nde, so w��rde man des Feyerns so ��berdr��?ig werden als des Arbeitens; sie sind nur erw��nscht, weil sie selten kommen, und nichts gef?llt mehr als seltne Dinge. So werde ich, wenn ich einst dieses ausgela?ne Wesen von mir werfe, und eine Schuld bezahle die ich nie?versprochen habe, die Besorgnisse der Leute um so mehr zuschanden machen, je besser ich seyn werde als mein Wort. Und gleich einem gl?nzenden Edelstein auf einem dunkeln Grund, wird meine?Verbesserung, meine Fehler ��berschimmernd, sch?ner scheinen, und mehr Augen auf sich ziehen, als ein Leben, das keine Folie hat, wodurch es erhoben wird.
(Er geht ab.)
Vierte Scene.?(Verwandelt sich in einen Saal des k?niglichen Palasts.)?(K?nig Heinrich, Northumberland, Worcester, Hot-Spur, Sir Walter Blunt, und andre treten auf.)
K?nig Heinrich.?Mein Blut ist zu kalt und zu milde gewesen, da? es bey einem so unanst?ndigen Betragen nicht aufwallte; ihr habt meine schwache Seite gefunden, und tretet de?wegen meine Geduld mit F��ssen; aber versichert euch, ich will k��nftighin mehr seyn, was meine W��rde, als was meine Gem��thsart fordert, die zu sanft und milde gewesen ist, und de?wegen die Ehrfurcht verlohren hat, die eine stolze Seele nur dem Stolzen bezahlt.
Worcester.?Unser Haus,
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