Das Mädchen von Treppi

Paul Heyse
Das Mädchen von Treppi

The Project Gutenberg EBook of Das Maedchen von Treppi, by Paul
Heyse #5 in our series by Paul Heyse
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Title: Das Maedchen von Treppi
Author: Paul Heyse
Release Date: October, 2005 [EBook #9085] [Yes, we are more than
one year ahead of schedule] [This file was first posted on September 4,
2003]
Edition: 10

Language: German
Character set encoding: ISO-8859-1
*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS
MAEDCHEN VON TREPPI ***

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Das Mädchen von Treppi
Paul Heyse
Novelle
(1855)
Auf der Höhe des Apennin, wo er sich zwischen Toskana und dem
nördlichen Teil des Kirchenstaats hinzieht, liegt ein einsames
Hirtendorf, Treppi genannt. Die Pfade, die hinaufführen, sind für
Wagen unzugänglich. Viele Stunden weiter nach Süden in großem
Umweg überschreitet die Straße der Posten und Vetturine* das Gebirge.
Treppi vorüber ziehen nur Bauern, die mit den Hirten zu handeln haben,
selten ein Maler oder ein landstraßenscheuer Fußwanderer, und in den
Nächten die Schmuggler mit ihren Saumtieren, die das öde Dorf, wo
sie kurze Rast machen, auf noch viel rauheren Felswegen zu erreichen
wissen, als alle andern.
{ed. * Wagen}
Es war erst gegen die Mitte Oktobers, eine Zeit, wo die Nächte in
dieser Höhe noch von großer Klarheit zu sein pflegen. Heute aber hatte
sich nach dem sonnenheißen Tage ein feiner Nebel aus den Schluchten
heraufgewälzt und breitete sich langsam über die edelgeformten
nackten Felszüge des Hochlandes. Es mochte gegen neun Uhr abends

sein. In den zerstreuten niedrigen Steinhütten, die über Tag nur von den
ältesten Weibern und jüngsten Kindern bewacht werden, glommen nur
noch schwache Feuerscheine. Um die Herde, über denen die großen
Kessel wankten, lagen die Hirten mit ihren Familien und schliefen; die
Hunde hatten sich in die Asche gestreckt; eine schlaflose Großmutter
saß wohl noch auf einem Haufen Felle und bewegte mechanisch die
Spindel hin und her, Gebete murmelnd, oder ein unruhig schlafendes
Kind im Korbe schaukelnd. Die Nachtluft zog feucht und herbstlich
durch die handgroßen Lücken in der Mauer, und der Rauch der ruhig
ausbrennenden Herdflamme, der jetzt vom Nebel gedrängt wurde,
schlug schwerfällig zurück und floß an der Decke der Hütte hin, ohne
daß es der Alten beschwerlich ward. Hernach schlief auch sie mit
offenen Augen, soviel sie konnte.
Nur in einem Hause war noch Bewegung. Es hatte auch nur ein
Stockwerk wie die andern; aber die Steine waren besser gefugt, die Tür
breiter und höher, und an das weite Viereck, das die eigentliche
Wohnung ausmachte, lehnten sich mancherlei Schuppen, angebaute
Kammern, Ställe und ein gut gemauerter Backofen. Vor der Haustür
stand ein Trupp beladener Pferde, denen ein Bursch eben die geleerten
Krippen wegriß, während sechs bis sieben bewaffnete Männer aus dem
Hause traten, in den Nebel hinaus, und eilig ihre Tiere rüsteten. Ein
uralter Hund, der neben der Tür lag, bewegte nur leicht den Schweif,
als sie aufbrachen. Dann erhob er sich müde von der Erde und ging
langsam in das Innere der Hütte, wo das Feuer noch hell brannte. Am
Herde stand seine Herrin, dem Feuer zugewendet, die stattliche Gestalt
regungslos, die Arme an den Hüften herabhangend. Als der Hund mit
der Schnauze sanft gegen ihre Hand rührte, wandte sie sich, als
schrecke sie aus Träumen auf. "Fuoco", sagte sie, "mein armes Tier,
geh schlafen, du bist krank!"--Der Hund winselte und bewegte den
Schweif dankbar. Dann kroch er auf ein altes Fell neben dem Herd und
streckte sich hustend und winselnd nieder.
Indessen waren auch einige Knechte hereingekommen und hatten sich
um den großen Tisch an die Schüssel gesetzt, welche die abziehenden
Schmuggler soeben verlassen hatten. Eine alte Magd füllte sie aus dem
großen Kessel von neuem mit Polenta, und setzte sich nun ebenfalls mit
ihrem Löffel zu den andern. Während sie
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