Individuums stand, sich als unvertr?glich mit den ethischen und ?sthetischen Anspr��chen der Pers?nlichkeit erwies. Es hatte einen kurzen Konflikt gegeben, und das Ende dieses inneren Kampfes war, da? die Vorstellung, welche als der Tr?ger jenes unvereinbaren Wunsches vor dem Bewu?tsein auftrat, der Verdr?ngung anheimfiel und mit den zu ihr geh?rigen Erinnerungen aus dem Bewu?tsein gedr?ngt und vergessen wurde. Die Unvertr?glichkeit der betreffenden Vorstellung mit dem Ich des Kranken war also das Motiv der Verdr?ngung; die ethischen und anderen Anforderungen des Individuums waren die verdr?ngenden Kr?fte. Die Annahme der unvertr?glichen Wunschregung oder die Fortdauer des Konflikts h?tten hohe Grade von Unlust hervorgerufen; diese Unlust wurde durch die Verdr?ngung erspart, die sich in solcher Art als eine der Schutzvorrichtungen der seelischen Pers?nlichkeit erwies.
Ich will Ihnen anstatt vieler einen einzigen meiner F?lle erz?hlen, in welchem Bedingungen und Nutzen der Verdr?ngung deutlich genug zu erkennen sind. Freilich mu? ich f��r meinen Zweck auch diese Krankengeschichte verk��rzen und wichtige Voraussetzungen derselben bei Seite lassen. Ein junges M?dchen, welches kurz vorher den geliebten Vater verloren hatte, an dessen Pflege sie beteiligt gewesen war -- eine Situation analog der bei der Patientin Breuers --, brachte, als ihre ?ltere Schwester sich verheiratete, dem neuen Schwager eine besondere Sympathie entgegen, die sich leicht als verwandtschaftliche Z?rtlichkeit maskieren konnte. Diese Schwester erkrankte bald und starb, w?hrend die Patientin mit ihrer Mutter abwesend war. Die Abwesenden wurden eiligst zur��ckgerufen, ohne in sichere Kenntnis des schmerzlichen Ereignisses gesetzt zu werden. Als das M?dchen an das Bett der toten Schwester trat, tauchte f��r einen kurzen Moment eine Idee in ihr auf, die sich etwa in den Worten ausdr��cken lie?e: Jetzt ist er frei und kann mich heiraten. Wir d��rfen als sicher annehmen, da? diese Idee, welche die ihr selbst nicht bewu?te intensive Liebe zum Schwager ihrem Bewu?tsein verriet, durch den Aufruhr ihrer Gef��hle im n?chsten Moment der Verdr?ngung ��berliefert wurde. Das M?dchen erkrankte an schweren hysterischen Symptomen, und als ich sie in Behandlung genommen hatte, stellte es sich heraus, da? sie jene Szene am Bette der Schwester und die in ihr auftretende h??lich-egoistische Regung gr��ndlich vergessen hatte. Sie erinnerte sich daran in der Behandlung, reproduzierte den pathogenen Moment unter den Anzeichen heftigster Gem��tsbewegung und wurde durch diese Behandlung gesund.
Vielleicht darf ich Ihnen den Vorgang der Verdr?ngung und deren notwendige Beziehung zum Widerstand durch ein grobes Gleichnis veranschaulichen, das ich gerade aus unserer gegenw?rtigen Situation herausgreifen will. Nehmen Sie an, hier in diesem Saale und in diesem Auditorium, dessen musterhafte Ruhe und Aufmerksamkeit ich nicht genug zu preisen wei?, bef?nde sich doch ein Individuum, welches sich st?rend benimmt und durch sein ungezogenes Lachen, Schw?tzen, Scharren mit den F��?en meine Aufmerksamkeit von meiner Aufgabe abzieht. Ich erkl?re, da? ich so nicht weiter vortragen kann, und daraufhin erheben sich einige kr?ftige M?nner unter Ihnen und setzen den St?renfried nach kurzem Kampfe vor die T��r. Er ist also jetzt ?verdr?ngt? und ich kann meinen Vortrag fortsetzen. Damit aber die St?rung sich nicht wiederhole, wenn der Herausgeworfene versucht, wieder in den Saal einzudringen, r��cken die Herren, welche meinen Willen zur Ausf��hrung gebracht haben, ihre St��hle an die T��re an und etablieren sich so als ?Widerstand? nach vollzogener Verdr?ngung. Wenn Sie nun noch die beiden Lokalit?ten hier als das ?Bewu?te? und das ?Unbewu?te? aufs Psychische ��bertragen, so haben Sie eine ziemlich gute Nachbildung des Vorgangs der Verdr?ngung vor sich.
Sie sehen nun, worin der Unterschied unserer Auffassung von der Janetschen gelegen ist. Wir leiten die psychische Spaltung nicht von einer angeborenen Unzul?nglichkeit zur Synthese des seelischen Apparats ab, sondern erkl?ren sie dynamisch durch den Konflikt widerstreitender Seelenkr?fte, erkennen in ihr das Ergebnis eines aktiven Str?ubens der beiden psychischen Gruppierungen gegeneinander. Aus unserer Auffassung erheben sich nun neue Fragestellungen in gro?er Anzahl. Die Situation des psychischen Konflikts ist ja eine ��beraus h?ufige, ein Bestreben des Ichs, sich peinlicher Erinnerung zu erwehren, wird ganz regelm??ig beobachtet, ohne da? es zum Ergebnis einer seelischen Spaltung f��hrt. Man kann den Gedanken nicht abweisen, da? es noch anderer Bedingungen bedarf, wenn der Konflikt die Dissoziation zur Folge haben soll. Ich gebe Ihnen auch gern zu, da? wir mit der Annahme der Verdr?ngung nicht am Ende, sondern erst am Anfang einer psychologischen Theorie stehen, aber wir k?nnen nicht anders als schrittweise vorr��cken und m��ssen die Vollendung der Erkenntnis weiterer und tiefer eindringender Arbeit ��berlassen.
Unterlassen Sie auch den Versuch, den Fall der Patientin Breuers unter die Gesichtspunkte der Verdr?ngung zu bringen. Diese Krankengeschichte eignet sich hiezu nicht, weil sie mit Hilfe der hypnotischen Beeinflussung gewonnen worden ist. Erst, wenn Sie die Hypnose ausschalten, k?nnen Sie die Widerst?nde und Verdr?ngungen bemerken und sich von dem wirklichen pathogenen Vorgang eine zutreffende Vorstellung bilden. Die Hypnose verdeckt den Widerstand und macht ein gewisses seelisches Gebiet frei zug?nglich, daf��r h?uft sie den Widerstand an den Grenzen dieses Gebietes zu einem Walle auf, der alles Weitere unzug?nglich macht.
Das Wertvollste, was wir aus
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