Rückblicke

Walter Grünfeld
Rckblicke

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Title: Rckblicke
Author: Dr. rer. pol. Walter Grnfeld
Release Date: December, 2004 [EBook #7049C] [Yes, we are more than one year ahead of schedule] [This file was first posted on February 28, 2003]
Edition: 10
Language: German
Character set encoding: Latin-1
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Copyright (C) 1998 by Frank Dekker

Rckblicke
Dr. rer. pol. Walter Grnfeld

Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 Frhes Panorama und Vorgeschichte Kapitel 2 Die Familie und Kattowitz Kapitel 3 Kindheit und frhe Jugend Kapitel 4 Kattowitz kommt zu Polen Kapitel 5 Als Student in der Weimarer Republik A) Berlin a) Leben und Studium b) ... und politische Bet?tigung B) Mnchen C) Zwischen Breslau und zu Hause Kapitel 6 Nach dem Ende von Weimar Kapitel 7 Emigration nach Hause, in Polen Kapitel 8 Der 2. Weltkrieg bricht aus Kapitel 9 Kriegsflchtling Anmerkungen Literatur

Kapitel 1
Frhes Panorama und Vorgeschichte
Wenn man von einem Nachmittagsausflug nach dem Franziskanerkloster Panewnik durch einen damals reichen, grnen Laubwald zurckwanderte und aus dem Wald trat, da hatte man, von leichter Anh?he, ein gutes Panorama von Kattowitz vor sich, mit dem benachbarten Zalenze und einigen noch weiter westlich und ?stlich gelegenen Industriegemeinden, aber man erschrak auch, denn man sah, wie alle diese bewohnten Gegenden in dichte Wolken von Dunst und Rauch getaucht waren. Und dort lebten wir also. Mu?te man also jetzt dorthin zurcklaufen? Das war aber nur eines von recht wenigen Malen, da? ich das als Kind gefragt habe. Fr mich war diese Silhouette der Kohlengruben, Eisen- und Zinkhtten, die sich da wie eine Kette von Ost nach West inmitten der Ortschaften hinzogen, eine Faszination, es war die Heimat, in der und mit der man lebte. Ja, es gab dort oft so einen Geruch und Geschmack nach Rauch, er war wrzig, man kannte ihn. Aber die Natur reichte an die Stadt heran; um die Stadt war viel unbebautes Feld, teils angebaut mit Roggen, Hafer, viel Kartoffeln, Kohl und Rben, teils ganz leer, hart und steinig, holprig, die sogenannten Bruchfelder, die besonders stark von einer Grube unterbaut waren.
Dann weiter im Sden begann der Wald, das waren die Ausl?ufer der gro?en W?lder des Frstentums Ple?, die etwa drei?ig Kilometer bis Ple? sich ausstreckten. Man konnte zum Nachmittagskaffee durch den Wald nach "Emanuelssegen", Murcki, laufen. Da war nicht nur eine Gartenwirtschaft, sondern auch eine gro?e Kohlengrube, die eigentlich in einer sehr gro?en Lichtung im Wald lag. Weiter sdlich lag dann in den Plesser W?ldern der Paprozaner See. Dort gab es nicht nur das Jagdschl??chen Promnitz. Da war auch einmal ein "Eisenhammer". Man konnte die berreste noch sehen. Es wurde viel Holz und Holzkohle dafr gebraucht, aber jetzt war die Eisenverhttung zu den Kohlenfl?zen gezogen, wo sie zu enormen Unternehmungen wurde, das oberschlesische Industrierevier. Es entstand aus alten Dorfgemeinden die Kette von Industrieortschaften. Vor allem an den Hauptverkehrsadern gingen sie ineinander ber. Dazwischen waren gr??ere und alte St?dte wie Beuthen und die viel jngere, erst im 19. Jahrhundert entstandene Stadt Kattowitz. Die Orte hatten eine oder mehrere Kohlengruben als wirtschaftliche Basis und einige hatten Eisenhtten und Stahlwerke oder Zinkerzgruben und -htten.
Das war ein frher Eindruck meiner Kindheit. Wir lebten in Kattowitz, ein Teil der Familie in Beuthen, und wir besuchten sie dort oft. Das waren etwa eineinhalbstndige Wagenreisen, sp?ter nach 1918 nur noch halbstndige Autofahrten durch diesen Teil des Industriereviers, etwa fnfzehn Kilometer. Ich kannte bald die Namen der Orte, Gruben und Werke, an denen wir vorbeifuhren, alle mit Halden, besonders russig und rauchig.
Meine ersten Kindheitserinnerungen an die Menschen in Oberschlesien zeigen kaum Spuren von den gro?en Konflikten sp?terer Jahre und wie man von Heute darauf zurckblickt. Ich war 1908 in Kattowitz geboren. Dazwischen liegen zwei Weltkriege, der Zerfall von drei Kaiserreichen, die so tragisch vergeblichen Existenzk?mpfe der Weimarer Republik und des unabh?ngigen Polens und dann die Nazikatastrophe, die Deutschland, Europa und die ganze Welt, und noch so besonders unbeschreiblich uns Juden betroffen hat.
ber den oberschlesischen Menschen ist oft geschrieben worden. Die Sprache hatte in breiten Schichten der deutschsprechenden Oberschlesier einen Akzent, der die Nachbarschaft mit den
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